Ganz ohne Gepäck im Urlaub? Das ist nun Reisenden passiert, die mit einem Eurowings-Flug von Berlin nach Faro geflogen sind. Am 7. Februar warteten sie in der portugiesischen Stadt vergeblich am Gepäckband. Das Ungewöhnliche: Alle Reisenden, die ihre Koffer aufgegeben hatten, stehen nun ohne ihr Gepäck da. Denn der Eurowings-Flieger mit der Flugnummer EW8640 ließ alle aufgegebenen Gepäckstücke am Flughafen BER zurück. Das bestätigte ein Sprecher der Airline der Berliner Morgenpost.
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Die knapp 150 Reisenden erfuhren erst spät von der Panne am BER: „Wir standen eine Stunde am Gepäckband und waren ahnungslos“, berichtet Passagierin Lisa Fella. Zwar konnten die Reisenden eine Verlustmeldung aufgeben, doch seitdem habe man nichts mehr von der Airline gehört, erzählt sie: „Wir haben keine Informationen bekommen, nichts. Wir sitzen hier und wissen überhaupt nicht, was passiert“. Nur ein „AirTag“, ein Ortungsgerät in ihrem Koffer, habe verraten, dass sich das Gepäckstück immer noch am Flughafen BER befindet.
Eurowings macht Dienstleister für Gepäckverlust verantwortlich
Ein Eurowings-Sprecher äußerte sich gegenüber der Berliner Morgenpost bedauernd über die Panne. Grund dafür sei ein hoher Krankenstand bei dem zuständigen Dienstleister gewesen: „Es fehlte am Flughafen einfach die Kapazität, die Flugzeuge der Airlines pünktlich be- und entladen zu können“, so ein Sprecher der Airline.

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Um dennoch abfliegen zu können, habe sich die Crew dazu entschieden, ohne Gepäck zu fliegen. Die Airline äußerte sich nicht dazu, wo sich das Gepäck derzeit befindet. Generell bemühe man sich in solchen Fällen aber um eine schnelle Zustellung des Gepäcks.
Es ist jetzt ein Survival-Urlaub.
Birgit, Passagierin aus Berlin
Die mangelnden Auskünfte von Eurowings ärgern die betroffenen Reisenden besonders: „Wir haben nur eine E-Mail bekommen, die fragt, wie wir Flug und Service bewerten“, sagt die Berlinerin Birgit, die nach dem Flug ebenfalls ihr Gepäck vermisst. „Ich habe da überall ‚unzufrieden‘ hingeschrieben“, erzählt sie.
Entschädigung von maximal 90 Euro: „Das ist ein Witz“
Notgedrungen musste sich die 58-Jährige in ihrem Urlaubsort neue Kleidung und Hygieneprodukte besorgen, dafür bietet Eurowings eine Entschädigung von maximal 90 Euro an. Die Urlauberin findet das zu wenig: „Das ist ein Witz“, sagt sie, „schon eine Hose kostet ja schnell 30 Euro“.
Statt einem entspannten Aufenthalt bedeutet der Gepäck-Verlust nun einigen Ärger: „Es ist jetzt ein Survival-Urlaub“, scherzt die Berlinerin Birgit, „den brauche ich eigentlich nicht mehr in meinem Alter“.
Mittlerweile hoffen die Urlauberinnen darauf, dass sie ihr Gepäck einfach am BER wieder abholen können. „Wir kommen aber erst um 23 Uhr an“, sagt Lisa Fella, „ob wir die Koffer dann noch bekommen, weiß ich nicht“.





