Nachdem das Berliner Verwaltungsgericht aufgrund einer Klage des Naturschutzbunds (Nabu) die Allgemeinverfügung für den Einsatz von Streusalz für Privatpersonen kassiert hat, verteidigt sich der Landesverband Berlin gegen Kritik. „Viele Menschen halten Streusalz offenbar für eine Art Wundermittel, das die Glätte im Handumdrehen beseitigen würde. Aber so ist es nicht“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung.

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Die Bedeutung von Streusalz werde überschätzt, die Glätte in Berlin gehe an die Nerven, sie führe zu Stress und Unfällen, so der Umweltverband. „Das verstehen wir.“ Aber Streusalz sei nicht „die einzige Lösung des Problems“. Vielmehr sieht der Verband den Senat und die Bezirke in der Pflicht, „ihre Verantwortung für die Räumung von Straßen, Rad- und Gehwegen besser wahrzunehmen“.
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Der Nabu führt an, selbst die Berliner Stadtreinigung (BSR) habe bestätigt, dass Salz allein vereiste Geh- und Radwege nicht passierbar mache. „Vor allem, wenn es sehr kalt wird, kann Streusalz die Lage sogar verschlimmern, da die angetaute Schicht zu einer spiegelglatten Eisfläche gefriert“, argumentiert der Landesverband Berlin. Sand und Splitt seien umweltverträglicher, aber auch langfristig und bei tiefen Temperaturen wirksamer. Auch das Berliner Straßenreinigungsgesetz schreibe den Einsatz solcher abstumpfender Mittel bei Schnee und Eis vor.
Und der Verband stellt heraus: Nicht das Streusalzverbot für Privatpersonen sei Ursache für die Glätte in weiten Teilen Berlins gewesen. Vielerorts sei einfach überhaupt nicht geräumt oder gestreut worden. Hausbesitzer, die nicht räumen, würden dies auch mit Streusalz nicht tun, begründet der Verband. Daher die klare Forderung: „Statt über die vermeintliche Wunderwaffe Streusalz zu streiten, sollten Senat und Bezirke lieber zusehen, dass sie den Räumdienst auf öffentlichen Flächen und Wegen in den Griff bekommen und die Räumungspflicht der Grundstücksbesitzer*innen wirksam durchsetzen.“
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Ricarda Lang: „Sorry aber was für ein Wahnsinn!“ – Berliner Nabu-Chef reagiert
Der Nabu war in den vergangenen Tagen für seine Klage gegen die Allgemeinverfügung kritisiert worden – unter anderem von FDP-Politiker Wolfgang Kubicki. Er schrieb auf X von „Peinlichkeiten“ und einem „failed state“. Auch die Grünen-Politikerin Ricarda Lang bezeichnete den Schritt als „Wahnsinn“. Die Klage sei „einfach ein Bärendienst für gesellschaftliche Mehrheiten für Naturschutz“.
Auf die Kritik von Lang bezog der Berliner Nabu-Chef Rainer Altenkamp im „Tagesspiegel“ Stellung: Ricarda Lang „hat sich offenbar auch nicht mit dem Thema beschäftigt“, sagte er der Zeitung. „Das Problem war ja nicht, dass es kein Streusalz gab, sondern, dass vielfach überhaupt kein Winterdienst stattfand“, wiederholte er dort.






