Die Personallage in den Kitas in Berlin ist sehr angespannt: Einer Studie zufolge ist nur ein kleiner Teil der Einrichtungen mit der optimalen Mitarbeiterstärke ausgestattet, um für alle Kinder gute Bildung und Betreuung zu gewährleisten. In der Hauptstadt erreichen nur rund fünf Prozent der Kitas die empfohlene Personalquote von 100 Prozent, wie aus einer bundesweiten Studie der Bertelsmann-Stiftung mit Sitz in Gütersloh hervorgeht.

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Am anderen Ende der Skala stehen rund 39 Prozent der Einrichtungen: Diese arbeiten mit einer besonders schwachen Personaldecke – bis zu 60 Prozent des Personals, das aus wissenschaftlicher Sicht empfohlen wird. Den Angaben zufolge verfügen knapp 43 Prozent der Kitas zwischen 60 und 80 Prozent des Personals. Weitere rund 13 Prozent der Kitas haben mindestens 80 Prozent des empfohlenen Personals zur Verfügung, erreichen aber nicht die 100 Prozent.
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Berlin im Ländervergleich: Personalausstattungsquote gering
Die Personalausstattungsquote ist ein in Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Familienforschung an der Universität Wien entwickelter Indikator. Er soll der Studie zufolge ermöglichen, die Personalsituation in Kitas auf Basis der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik differenziert abzubilden.
Berlin habe laut Studie im Bundesländervergleich eine vergleichsweise eher niedrige Personalausstattungsquote von 0,64. Das bedeutet: Im Mittel verfügen die Kitas im Bundesland über 64 Prozent der Personalressourcen, die notwendig wären, um die fachlichen Empfehlungen zu erfüllen. Die höchste Quote hat Baden-Württemberg mit 0,91, die niedrigste Mecklenburg-Vorpommern mit 0,5.
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Unterschiedliche Lage in den Bundesländern
Laut Analyse für 2024 verfügen bundesweit lediglich 13,7 Prozent der Kitas über eine 100-Prozent-Personalausstattung. Auffällig dabei: In Westdeutschland sind es im Schnitt 16,3 Prozent, im Ostdeutschland mit Berlin dagegen nur 2 Prozent.
Mit einer schwachen Personaldecke - 60 Prozent und weniger als wissenschaftlich empfohlen - arbeitet demnach deutschlandweit etwa jede fünfte Kita (21,2 Prozent), wobei es im Westen nur rund 11 Prozent, aber in den ostdeutschen Ländern mit Berlin zwei Drittel (65,3 Prozent) seien.
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Auch die Muttersprache wurde in der Studie berücksichtigt
„Ausreichende Personalkapazitäten sind unabdingbar, wenn es um die notwendigen zeitlichen Ressourcen für die individuelle Bildungs- und Entwicklungsförderung des einzelnen Kindes geht“, betont das Studienteam. Ob die vorhandene Anzahl der Mitarbeitenden für den Bedarf der Kinder angemessen ist, hänge unter anderem von der Größe der Kita, dem Alter der betreuten Kinder sowie deren besonderen pädagogischen Anforderungen ab.
Die Fachleute haben deshalb erstmals nicht nur die reine Anzahl der Erzieherinnen und Erzieher mit der Zahl der betreuten Kinder und deren Alter ins Verhältnis gesetzt. Stattdessen berücksichtigten sie auch die effektiv für pädagogische Aufgaben verfügbare Arbeitszeit. Und die Zahl der Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache oder einer körperlichen, geistigen oder (drohenden) seelischen Behinderung in einer Kita, weil sie eine intensivere Begleitung benötigen.
In Berlin spricht in 62 Prozent der Einrichtungen mehr als ein Viertel der Kinder nicht Deutsch in der Familie, und 61 Prozent der Einrichtungen werden von Kindern mit Eingliederungshilfe besucht.
dpa







