Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner hat sein Smartphone nach eigenen Angaben immer in der Nähe. „Auch nachts bin ich immer zu erreichen, weil man nie weiß, was passieren kann“, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. 

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Wegner steht in der Kritik, weil er am ersten Tag des großflächigen Stromausfalls im Südwesten Berlins für eine Stunde Tennis spielen war. Natürlich habe er auch da sein Handy dabeigehabt.

Er habe das Smartphone in der Tennishalle auf die Seitenbank gelegt, wo die Tennistasche stand und darauf geachtet, dass es nicht auf stumm, sondern auf laut gestellt gewesen sei. „Wenn das Handy da liegt, hört man es selbstverständlich“, erklärte Wegner. 

„Ich bin dann immer mal wieder zur Bank gegangen und habe nachgesehen: Gibt es eine Nachricht? Ist was passiert? Gibt es was Neues?“, so der Regierende Bürgermeister. 

Auch interessant

Laute Kritik an Kai Wegner 

Wegner hatte das Tennisspiel zunächst unerwähnt gelassen. Auf eine Journalistenfrage hatte er geantwortet, er sei den ganzen Tag am Telefon gewesen und habe versucht zu koordinieren. Inzwischen sieht er diese Aussage selbst kritisch. Insbesondere die Oppositionsparteien werfen ihm sein Verhalten vor. AfD und FDP forderten den CDU-Politiker zum Rücktritt auf.

So teilte der Landesvorsitzender der FDP Berlin, Christoph Meyer, nun dieser Redaktion mit: „Der jüngste Krisenfall hat schonungslos offengelegt, wie unzureichend der Katastrophenschutz in Berlin aufgestellt ist. Dazu kommt ein Regierender Bürgermeister, der die Berlinerinnen und Berliner belogen hat und in der akuten Krise nicht präsent war.“ Ein Rücktritt wäre seiner Meinung nach der richtige Schritt gewesen. „Statt Führung zu zeigen, herrschten Chaos, Verzögerungen und mangelhafte Kommunikation. Berlintypisch schieben sich jetzt alle gegenseitig die Verantwortung zu, aber keiner übernimmt sie – alle machen weiter wie bisher“, fügte Meyer hinzu.

Wegner gesteht Fehler ein: Hätte früher über Tennispartie informieren sollen

Am Donnerstagvormittag hat sich Kai Wegner dann erneut selbstkritisch zu seinem Tennismatch während des großen Stromausfalls geäußert. „Rückblickend hätte ich bereits am Sonntag sagen müssen, dass ich eine Stunde Sport gemacht habe“, sagte der CDU-Politiker in einer Regierungserklärung im Abgeordnetenhaus. Sein Fokus habe allerdings darauf gelegen, die Berlinerinnen und Berliner so schnell wie möglich wieder mit Strom zu versorgen. 

dpa