Die Temperaturen steigen, der Schnee schmilzt – doch der Splitt bleibt. Nach gefühlt endlosen Wochen mit Minusgraden, Eisregen und Glätte in Berlin, in denen neben Streusalz und Sole auch tonnenweise Splitt verteilt worden war, bleibt als Fußgänger vor allem eins: viele kleine Steine in den Schuhsohlen. Während vom Salz nichts Sichtbares zurückbleibt, liegt Splitt weiter auf Gehwegen und in den Seitenstraßen. Doch was passiert damit, wenn der Frühling kommt?
BSR sammelt Splitt und Sand nach dem Winter wieder ein
Zum allgemeinen Streuverfahren: Die Berliner Stadtreinigung (BSR) ist lediglich für das Streuen auf Hauptstraßen, Radwegen, Fußgängerzonen und -überwegen sowie Plätzen zuständig. Die Anlieger sind für die Gehwege unmittelbar vor ihrem Haus verantwortlich. Auch da kommen Sand sowie Splitt zum Einsatz. Und: In Berlin ist es allein der BSR vorbehalten, Sole oder Tausalz zu verwenden. Dieses kommt ausschließlich auf Stadtautobahnen und Hauptverkehrsstraßen zum Einsatz. In Berlin wird derzeit aber darüber diskutiert, diese Regelung zu lockern.
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Die vielen kantigen Steine werden nach dem Winter jedoch nicht einfach sich selbst überlassen: Die BSR sammelt das Streumaterial auch wieder ein, sobald sich das Winterwetter verabschiedet hat. Denn: Die Steinchen bergen wieder andere Gefahren. Bei Fußgängern oder Radfahrern können die Steinchen ebenso zu einer Rutschpartie führen wie das Eis, gegen das sie helfen sollten. Neben Splitt kommen in Berlin übrigens auch Sand, Lava- oder Kalksteingranulat zum Einsatz.
BSR räumt Streumaterial von Berlins Straßen, Rad- und Gehwegen

Aber wie wird man das wieder los? Die BSR nimmt das Streumaterial im Rahmen ihrer üblichen Straßenreinigungsrhythmen einfach mit auf, wie dort auf Nachfrage zu erfahren ist. Dabei kommen die im Stadtbild bekannten orangefarbenen Kehrfahrzeuge zum Einsatz. Zum Gebiet der BSR gehören dabei etliche Kilometer Straße, Geh- und Radwege: 300 Kilometer Autobahn- und Bundesstraßen, 3600 Kilometer Hauptstraßen und etwa 1200 Kilometer Radwege. Hinzu kommen 6400 Haltestellen und circa 58.000 Fußgängerüberwege.
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Wie oft eine Straße gereinigt wird, hängt vom individuellen „Verschmutzungsaufkommen“ ab. Um dieses zu bestimmen, werden Berlins Verkehrswege nach sogenannten „Straßenreinigungsklassen“ eingeordnet. Damit ist dann auch geregelt, wie oft eine Straße gekehrt wird. Die Klasse „A1a“ ist die höchste Reinigungsklasse. Hier kommt die BSR mehrfach am Tag durch. Dazu zählen besonders viel befahrene Straßen. Die niedrigste Reinigungsklasse ist die Klasse „A4“ – hier reinigt die BSR einmal pro Woche.
Splitt kann wegen Schmutz und Abnutzung nicht erneut verwendet werden
„Einmal ausgebrachter Splitt kann übrigens nicht wieder als Streugut verwendet werden, weil der Splitt durch den erfolgten Gebrauch abgenutzt ist und seine abstumpfende Wirkung gegen Glätte verloren hat“, erklärt ein BSR-Sprecher. Die Steinchen werden außerdem beim Einsammeln Teil von anderen Abfällen und Schmutz. Der in Berlin aufgesammelte Straßenkehricht wird übrigens an andere Firmen zur Weiterverarbeitung und gegebenenfalls Weiterverwendung gegeben.
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Wann der Splitt wieder aufgesammelt wird, ist derzeit nicht vorhersehbar. Denn die nächste Kältewelle steht bevor. Zum Wochenende liegen die Temperaturen am Tag um den Gefrierpunkt herum. In der Nacht sind Minusgrade möglich, sodass erneut mit Glätte gerechnet werden könnte. Und dann rückt die BSR erneut mit Streugut aus.






