Die Anklageschrift ist kurz, hat es aber trotzdem in sich: Sumanpreet K. soll kurz nach der Geburt ihrer Tochter im vergangenen Frühjahr den Säugling getötet haben – aus der Sorge heraus, ihre Lebensgestaltung könnte beeinträchtigt werden, wie die Staatsanwältin erklärte. Am Donnerstag stand die 25-jährige K. vor Gericht, angeklagt wegen Totschlags.

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Am Morgen des 9. Mai 2025, einen Tag nach der Geburt, habe sie auf ihre Tochter eingewirkt, um sie zu ersticken, hieß es in der Anklageschrift. „Der Vater hat sich gewünscht, dass das Baby ‚weggemacht wird‘“, verlas die Staatsanwältin. „Sie selbst wollte das Kind nicht.“ Der Grund laut Anklage: Das Kind wäre ein Hindernis für die eigenen Pläne der Mutter gewesen.
Angeklagte Mutter stellte sich der Polizei
Seit dem 24. Mai 2025 sitzt die Inderin K. in Untersuchungshaft. Einen Tag zuvor hatte sie sich mit ihrer Anwältin bei der Polizei gemeldet. Die Ermittler waren der Frau zu diesem Zeitpunkt bereits dicht auf der Spur. Vom Vater des Babys wurden DNA-Proben genommen, zudem wurde seine Wohnung durchsucht, wie es in einer damaligen Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft hieß. K. gab an, die Mutter des Kindes zu sein, schwieg allerdings zu den Tatvorwürfen.
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Der tote Säugling wurde zwei Tage nach der Geburt am 11. Mai im Neuköllner Ortsteil Gropiusstadt gefunden. Ein Polizeibeamter, der auf dem Weg zur Arbeit war, fand den Leichnam in einem Bündel vor. Zunächst sei unklar gewesen, wie das Baby starb – ob es etwa tot geboren wurde. Einen Tag später lag die traurige Gewissheit vor, dass es Fremdverschulden war.
Für die Ermittlerinnen und Ermittler, die mit dem Fall betraut waren, eine Herausforderung: „Dieser Einsatz hinterlässt Spuren, weil es kaum etwas Grausameres gibt“, erklärte der Berliner Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Stephan Weh, als noch nicht klar, wie das Neugeborene zu Tode gekommen ist. „Die Ermittlungen werden zeigen, was zum Tod des Säuglings geführt hat, aber auch ohne diese Gewissheit ist das eine sehr schockierende Meldung. Wir hoffen, dass der Kollege und auch die anderen mit dem Fall betrauten Kräfte diesen ohne Frage traumatischen Sonntagvormittag mit extremer psychischer Belastung bestmöglich verarbeiten können.“
Für die Verhandlung sind insgesamt neun Verhandlungstermine angesetzt. Die Angeklagte will sich laut ihrer Anwältin zu den Vorwürfen äußern. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgeführt.






