Knapp zwei Wochen nach dem Fund eines toten Säuglings in Berlin-Neukölln hat sich die Mutter des Babys der Polizei gestellt. Wie die Polizei Berlin mitteilte, erschien die 25-jährige Frau gemeinsam mit ihrer Anwältin bei der Mordkommission in der Keithstraße.

Die Frau, die indische Staatsangehörige sein soll, habe sich bisher nicht zum Geschehen geäußert. Über ihre Anwältin ließ sie jedoch mitteilen, dass sie die Mutter des getöteten Mädchens sei. Zuvor hatten Ermittlerinnen und Ermittler bereits im näheren Umfeld der Frau ermittelt. Die Beschuldigte soll am Samstag einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Tiergarten vorgeführt werden.

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Getöteter Säugling: Todesursache weiter unklar

Die Todesursache des Kindes ist weiterhin unklar. Laut Angaben des „Tagesspiegels“ stehe das Ergebnis einer forensisch-toxikologischen Untersuchung noch aus. Schon kurz nach dem Fund des Neugeborenen am 11. Mai hatte es jedoch Hinweise auf Fremdverschulden gegeben.

Der leblose Körper des Mädchens war gegen 5 Uhr morgens von einem Polizeibeamten auf dem Gehweg am Kölner Damm in Neukölln entdeckt worden – in unmittelbarer Nähe eines Reiterhofs. Der Polizist war auf dem Weg zum Dienst, als er auf ein auffälliges Bündel am Mauerweg aufmerksam wurde. Er alarmierte seine Kollegen.

Bereits am selben Vormittag wurde der Leichnam in die Gerichtsmedizin gebracht. Die Obduktion ergab, dass das Kind lebensfähig geboren wurde und nicht eines natürlichen Todes starb. „Wir gehen jetzt von einem Tötungsdelikt aus“, sagte damals Sebastian Büchner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, der Berliner Morgenpost. Am Tatort suchten Kriminaltechniker und Spurensicherung mit großem Aufwand nach Hinweisen, auch eine Drohne und Personenspürhunde kamen zum Einsatz – allerdings ohne konkrete Ergebnisse.

Berliner Polizei: Fall löste tiefe Betroffenheit aus

Der Fund am Muttertag löste große Bestürzung aus. Anwohner legten am Fundort Blumen nieder und stellten eine Kerze auf. Auf einem Stück Plastik, angebracht vom angrenzenden Reiterhof, war zu lesen: „So wenig Zeit für so wenig Leben“. Immer wieder blieben Passanten stehen, um innezuhalten.

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Auch innerhalb der Polizei sorgte der Fall für tiefe Betroffenheit. Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP), sagte: „Dieser Einsatz hinterlässt Spuren, weil es kaum etwas Grausameres gibt. Wir hoffen, dass der Kollege und die anderen mit dem Fall betrauten Kräfte diesen ohne Frage traumatischen Sonntagvormittag mit extremer psychischer Belastung bestmöglich verarbeiten können.“