Der Nollendorfplatz ist ein wichtiger Knotenpunkt für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), mit der U1 bis U4 treffen hier gleich vier Linien zusammen – das gibt es an keinem anderen U-Bahnhof in der Stadt. In den kommenden Monaten wird am Nollendorfplatz allerdings nur eine einzige Linie halten, denn das Verkehrsunternehmen plant aufwendige Sanierungsarbeiten an der Station. 4,3 Millionen Euro sind dafür als Budget eingeplant. Die Berliner Morgenpost beantwortet die wichtigsten Fragen dazu und erklärt, was Fahrgäste jetzt wissen müssen.
Wann finden die Bauarbeiten statt?
Die Sanierung des U-Bahnhofs beginnt am Montag, 12. Januar, und soll rund vier Monate, bis zum 10. Mai, dauern. So lange ist der unterirdische Teil der Station auch gesperrt.
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Was passiert bei der Sanierung?
Wie die BVG schildert, findet an dem Bahnhof eine „punktuelle Betonsanierung der Zwischendecke zwischen der unteren und mittleren Bahnsteigebene“ statt. Insgesamt sollen dabei 38 Deckenflächen mit einer Gesamtlänge von rund 52 Metern erneuert werden, wobei die Decke von oben geöffnet wird und deshalb auch die Gleise der mittleren Ebene entfernt werden. Der Bahnhof Nollendorfplatz ist über 100 Jahre alt. Laut BVG soll die in die Jahre gekommene Bausubstanz jetzt gestärkt werden, bevor die Schäden zu Problemen für den Betrieb führen.
Warum dauern die Arbeiten so lange?
Dass rund vier Monate für die Sanierung benötigt werden, begründet die BVG mit verschiedenen Punkten. Einerseits sei die Bauweise der Station „statisch anspruchsvoll“. Bei den Bauarbeiten wird deshalb in Abschnitten vorgegangen, um die Stabilität nicht zu gefährden. Dazu kommt die räumliche Enge in dem Bahnhof, die den Einsatz großer Maschinen nicht zulässt. Auch der anfallende Schutt kann nicht maschinell abtransportiert werden. Stattdessen müssen die Arbeiter ihn händisch über die Treppen von der unteren Bahnhofsebene ins Freie transportieren. Der Vorgang dauert damit erheblich länger, bietet laut BVG aber den Vorteil, dass weniger Lärm und weniger Staub entsteht.
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Wie fahren die U-Bahn-Linien U1 bis U4 während der Bauzeit?
Die U-Bahn-Linie U2 ist die einzige Linie, die auf gesamter Strecke fährt, und damit auch die einzige Linie, die noch zwischen Wittenbergplatz und Gleisdreieck unterwegs ist. Hier kündigt die BVG sogar eine leichte Verbesserung gegenüber der aktuellen Situation an: Mit dem Start der Bauarbeiten am Montag kehrt die wichtige Ost-West-Linie zu ihrem angestammten Takt zurück und fährt dann wieder alle vier Minuten. Derzeit ist der Takt auf 4,5 Minuten ausgedünnt.
Zudem sollen Züge mit größtmöglicher Länge eingesetzt werden. Die Linie U1 fährt bis Mitte Mai nur zwischen Uhlandstraße und Wittenbergplatz. Die U3 ist unterbrochen und so zwischen Krumme Lanke und Spichernstraße sowie zwischen Gleisdreieck und Warschauer Straße unterwegs. Die U4, die eigentlich zwischen Nollendorfplatz und Innsbrucker Platz fährt, wird während der Sanierung eingestellt.

Gibt es einen Schienenersatzverkehr?
Ja. Für die unterbrochene U3 fahren zum Ersatz Busse zwischen Wittenbergplatz und Spichernstraße, für die U4 wird ein Ersatzverkehr zwischen Wittenbergplatz und Innsbrucker Platz eingerichtet. Die BVG empfiehlt Fahrgästen zwischen Spichernstraße und Gleisdreieck außerdem, auf andere U-Bahn-Linien umzusteigen. So könnten die Linien U2 und U9 zwischen Spichernstraße und Wittenbergplatz via Zoologischer Garten genutzt werden. Je nach Fahrtziel lohne sich auch die Umfahrung mit der U7 zwischen Fehrbelliner Platz und Möckernbrücke, heißt es.
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Was erwartet Anwohnerinnen und Anwohner um den Nollendorfplatz?
Weil unterirdisch gearbeitet wird, sei nur mit wenig Lärm und Staub zu rechnen, betont das Unternehmen. Die einzige Ausnahme sei der Abtransport des Schutts. Währenddessen könnten über Notausstiege und Lüftungen Geräusche nach oben dringen, so die BVG. Gearbeitet werde werktags zwischen 6 und 20 Uhr, wobei auch samstags Arbeiten möglich seien. Für den Autoverkehr gibt es geringe Auswirkungen. So werde die Kleiststraße vor dem Bahnhof auf einer Länge von rund 50 Metern auf eine Fahrspur eingeengt. Parkplätze sollen nur wenige wegfallen.
Könnten die Bauarbeiten am Ende noch länger dauern?
Die BVG hat sich zuletzt zuversichtlich gegeben, dass der Zeitplan eingehalten werden kann. Der Grund: Untersuchungen, die normalerweise erst während der Bauarbeiten stattfinden, sind bereits im Vorfeld erfolgt. Dass es während der Sanierung böse Überraschungen gibt, die bei anderen Bauprojekten schon zu Verzögerungen geführt haben, und sich der Zustand der Decke als schlechter herausstellt als bislang angenommen, wird von den Fachleuten der BVG deshalb nicht erwartet.





