Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erwartet Anfang 2026 die nächste Großbaustelle: Ab 12. Januar wird der U-Bahnhof Nollendorfplatz gesperrt, weil planmäßig bis Mitte Mai die Zwischendecke der unteren Bahnsteigebene, an der Züge der Linie U1 und U3 halten, saniert werden muss. An dem Knotenpunkt halten außerdem U-Bahnen der U2 und U4; es ist der einzige U-Bahnhof in Berlin, an dem vier Linien zusammentreffen. Entsprechend viele Fahrgäste sind von dem Vorhaben betroffen.

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Während der vier Monate Bauzeit wird laut BVG die U1 zwischen Wittenbergplatz und Gleisdreieck unterbrochen; die Linie fährt entsprechend zwischen Gleisdreieck und Warschauer Straße sowie Uhlandstraße und Wittenbergplatz. Die Linie U3 ist ab 12. Januar nur noch zwischen Krumme Lanke und Spichernstraße unterwegs. Die Linie U4, die normalerweise zwischen Innsbrucker Platz und Nollendorfplatz fährt, wird für die Zeit komplett eingestellt.
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Mit der U2 wird eine Linie weiterhin am Nollendorfplatz halten. Ab Januar sollen die Züge auf der Linie wieder im eigentlich vorgesehenen Vier-Minuten-Takt fahren. Dieser war im vergangenen Jahr auf einen 4,5-Minuten-Takt ausgedünnt worden, im Zuge der großen Probleme durch veraltete Züge und knappes Personal. Mit der laufenden Inbetriebnahme neuer Züge entspannt sich die Situation laut BVG-Chef Henrik Falk aber. „Wir bekommen zurzeit acht neue Wagen pro Woche auf die Strecke“, schilderte Falk. „Das versetzt uns in die Lage, ab Januar diese Maßnahme am Nollendorfplatz anzugehen.“ Durch die Rückkehr zum Vier-Minuten-Takt wird laut BVG die Kapazität auf der Linie um 18 Prozent gegenüber dem aktuellen Zustand erhöht.

Die U2 soll während der Bauarbeiten dann auch als „Rückgrat“ dienen, so die BVG. Auf der Linie sollen die Züge dafür nicht nur wieder alle vier Minuten, sondern auch „in größtmöglicher Länge“ fahren. Auch auf die Linie U7 wird zur Umfahrung des Nollendorfplatzes gesetzt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Verkehrsverlagerungen stattfinden werden“, erklärte Ronny Dethloff von der BVG.
Für die Linie U3 kündigt das Verkehrsunternehmen einen Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Wittenbergplatz und Spichernstraße an, für die Linie U4 sollen als Ersatz alle zehn Minuten Busse zwischen Wittenbergplatz und Innsbrucker Platz fahren. Der U-Bahnhof Kurfürstenstraße ist während der Bauarbeiten nicht per Zug erreichbar. Die BVG verweist stattdessen auf die Station Bülowstraße, die nur 400 Meter zu Fuß entfernt sei. Alternativ kann der Bahnhof Kurfürstenstraße mit den Bus-Linien M48 und M85 erreicht werden.
Klar ist aber auch, dass auf einige Fahrgäste mehrfache Umstiege zukommen. Wer aus dem Südwesten, etwa von der Freien Universität oder dem Breitenbachplatz, zum Gleisdreieck will, kann nicht mehr auf direktem Weg fahren, sondern muss zweimal die Linie wechseln.
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Arbeiten am Nollendorfplatz: Schutt muss händisch transportiert werden
Dass die Arbeiten vier Monate lang dauern, erklärt die BVG mit verschiedenen Punkten. Unter anderem ist der Platz begrenzt, zugleich muss der oberirdische U-Bahn-Betrieb – wo eben die Linie U2 fährt – trotz Sanierung weiterlaufen. Insgesamt werden 38 Deckenflächen mit einer Gesamtlänge von rund 52 Metern saniert. In dem Beton sind durch eindringende Feuchtigkeit teilweise Schäden entstanden, was auch mit dem Alter des U-Bahnhofs Nollendorf zusammenhängt: Das Bauwerk ist mehr als 100 Jahre alt.
Weil die betroffene Decke von oben geöffnet wird, müssen auch Gleise auf der mittleren Ebene des U-Bahnhofs entfernt werden. Eine weitere Herausforderung: Der anfallende Schutt kann nicht maschinell abtransportiert werden, stattdessen müssen die Arbeiter ihn händisch über die Treppen von der unteren Bahnhofsebene ins Freie transportieren. Der Vorgang dauert damit erheblich länger, bietet laut BVG aber den Vorteil, dass weniger Lärm und weniger Staub entsteht. Anwohner müssen sich darauf einstellen, dass es beim Abtransport trotzdem etwas lauter werden kann. Gearbeitet werden soll werktags von 6 bis 20 Uhr, Arbeiten sind damit auch samstags möglich.
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Immerhin: Die BVG ist zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werden kann und die Sperrung nicht noch länger dauern muss. So seien Untersuchungen, die normalerweise erst während der Bauarbeiten stattfinden, bereits erfolgt. Dass es während der Sanierung böse Überraschungen gibt und sich der Zustand der Decke als schlechter herausstellt als bislang angenommen, wird deshalb nicht erwartet. Das Gesamtbudget der Baumaßnahme liegt aktuell bei rund 4,3 Millionen Euro.







