Liebe Leserin, lieber Leser,
am heutigen Sonntag gibt es einen Sonder-Newsletter. Denn die Lage im Südwesten der deutschen Hauptstadt ist dramatisch: Tausende Menschen haben keinen Strom, frieren nach einem Brandanschlag auf ein wichtiges Versorgungskabel in ihren Wohnungen und Häusern. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.
Und: Es gibt eine erste Erfolgsmeldung.
Was ist geschehen? Ein Brandanschlag hat eine wichtige Kabelbrücke am Kraftwerk Lichterfelde zerstört. In einem Schreiben bekennt sich die anarchistische „Vulkangruppe“ zu dem Anschlag. Dabei handelt es sich offenbar um Linksextremisten. In dem Schreiben werden Details zum Brandgeschehen genannt. Ob diese Angaben tatsächlich korrekt sind, ist derzeit unklar. Die Echtheit sei noch nicht bestätigt, teilte die Polizei Berlin am Abend mit.

Wie groß sind die Auswirkungen? Nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin sind 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbebetriebe in Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde ohne Strom.

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Wie lange dauert es, bis es wieder Strom gibt? Der Blackout könnte für viele der Zehntausenden Betroffenen bis kommenden Donnerstag (8.01.) dauern. Grund ist der sehr aufwendige Bau von Ersatzleitungen nach dem Brand einer Kabelbrücke über den Teltow-Kanal, wie ein Sprecher mitteilte.
Gibt es kurzfristige Verbesserungen? Stromnetz Berlin teilte in der Nacht mit: „Bis zum 4. Januar 3:23 Uhr konnten wir in mehreren Stufen rund 7.000 Haushalte und 150 Gewerbe insbesondere im Bereich Lichterfelde wiederversorgen. Mit der Wiederversorgung aller Kund*innen wird am Donnerstagnachmittag, 08.01.2026, gerechnet. Unsere Teams sind im Einsatz und wir arbeiten mit Hochdruck an der Wiederversorgung.“
Wo bekommen die betroffenen Bewohner Hilfe? Die Feuerwehr hat auf X mitgeteilt, dass sie zehn Notzentren eingerichtet hat. Hier die Liste:
1. Ehemaliges Rathaus Wannsee, Chausseestraße 23
2. Mexikoplatz
3. Carl Schuhmann Sporthalle, Osdorfer Straße 52
4. Hildburghauser Straße/Tischenreuther Ring
5. Andréezeil/Ladiusstraße
6. Osdorfer Straße
7. S-Bahnhof Wannsee
8. Obi-Heimwerkermarkt, Goerzallee 189
9. S-Bahnhof Zehlendorf
10. Feuerwache Wannsee, Kronprinzessinnenweg 20
Was macht der Bezirk? Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg hat kurzfristig einen Krisenstab im Rathaus Zehlendorf eingerichtet. Wie er arbeitet, was dort koordiniert wird, lesen Sie hier. Notunterkünfte, wo die Menschen sich aufwärmen können, werden beispielsweise im Cole-Sports-Center im Hüttenweg eingerichtet.
Wie reagieren die Menschen, die nun tagelang keinen Strom haben? Morgenpost-Redakteurin Hannah Köllen hat mit Betroffenen in Steglitz-Zehlendorf gesprochen. In den Wohnungen sinken die Temperaturen rapide. Die eindrucksvolle Reportage lesen Sie hier.
Sind auch die öffentlichen Verkehrsmittel betroffen? Ja, auch die S-Bahn hat Probleme und muss auf mehreren Linien Busse als Ersatz einsetzen. Hier finden Sie die genauen Angaben.
Findet am Montag Schule statt? Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg geht nicht davon aus, dass am Montag in den betroffenen Gebieten die Schulen öffnen werden. Details sollen aber heute mit der Bildungsverwaltung des Senats geklärt werden.
Ich war am Samstagabend selbst in Zehlendorf unterwegs – und habe Beeindruckendes gesehen: Da waren Hunderte Helfer, die sich auf die Nacht vorbereiteten. Da war eine junge Mutter mit ihrem Sohn, die sich beim Arbeiter-Samariter-Bund bedankte, der in der Berliner Straße die Krankenwagen koordinierte und erste Informationen anbot. Berlin steht in der Not zusammen. Neueste Informationen, Reportagen, Videos und Fotos finden Sie auch auf morgenpost.de.
Kommen Sie gut durch die nächsten Tage.
Ihr Gilbert Schomaker,
stellvertretender Chefredakteur





