Der Überraschungsgast kam im Cybertruck auf die Bühne gefahren, rappte seinen Song „AMG“ und stimmte „Elon, Elon“-Rufe an. Den Auftritt des Berliner Rappers Kool Savas in der Tesla-Gigafactory in Grünheide vor wenigen Wochen muss man wohl als kurios bezeichnen, denn der 50-Jährige handelte damit offenkundig gegen seine politischen Überzeugungen. „Ich stehe auf der Seite der Arbeiter. Ich stehe auf der Seite der Gewerkschaften“, rechtfertigte sich Kool Savas in einer am Freitag veröffentlichten Instagram-Story und reagierte damit auf heftige Kritik vieler Fans, die Kool Savas politisch eher links verorten. Einige hatten nach seinem Gig bei der Tesla-Weihnachtsfeier sogar damit gedroht, ihre Tickets für im nächsten Jahr anstehende Konzerte zurückzugeben.

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Der 30-minütige Auftritt des Rappers ließ alle Beteiligten einigermaßen ratlos zurück. Kool Savas wunderte sich laut einem Bericht des „Handelsblatt“, dem ein Video der Veranstaltung vorliegt, dass die Tesla-Angestellten, die mit dem Konzert überrascht werden sollten, nicht begeistert in seine „Elon, Elon“-Rufe einstimmten. Auch im Anschluss schien Savas, der bürgerlich Savaş Yurderi heißt, mit den Vibes in der Halle nicht zufrieden zu sein. „Ihr seid aber auch zäh, Alter. Ihr seid richtig zäh“, soll Savas laut „Handelsblatt“ gerufen haben, als die Stimmung eher zurückhaltend blieb. „Tesla, was ist los mit euch? Habt ihr einen Stock im Arsch oder was?“ Am Ende soll Savas noch gefragt haben, ob die Tesla-Belegschaft mit ihrem Arbeitgeber zufrieden sei. Eine Antwort ist nicht dokumentiert.

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Blick auf die Gigafactory in Grünheide
Blick auf die Gigafactory in Grünheide© Patrick Pleul/dpa | Patrick Pleul

Tesla-Werksleiter Thierig macht Stimmung gegen die IG Metall

Dafür kam nach Kool Savas Tesla-Werksleiter André Thierig auf die Bühne und hielt eine nicht enden wollende Lobrede auf den E-Autokonzern. Thierig schwärmte von einer „richtig fetten Party“, die Tesla auf die Beine gestellt habe und teilte dann auch noch gegen den Lieblingsgegner aus: die Gewerkschaft IG Metall. Vorausgegangen war Thierigs Mitteilung, dass die Löhne der Tesla-Beschäftigten um vier Prozent erhöht würden. „Wenn wir mit der IG Metall verhandelt hätten, gäbe es zwei Prozent“, soll Thierig laut „Handelsblatt“ gesagt haben. Dazu muss man wissen, dass die Gewerkschaft, die mit 16 Sitzen im Betriebsrat vertreten ist, bei Tesla unter Dauerdruck steht. Erst vor wenigen Tagen soll Werksleiter Thierig bei einer internen Veranstaltung gedroht haben, dass sich Elon Musk wohl gegen einen Ausbau von Grünheide entscheiden werde, wenn die IG Metall bei der anstehenden Betriebsratswahl weiter an Zustimmung gewinnen sollte.

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Mittlerweile scheint Kool Savas seinen Tesla-Gig mit anderen Augen zu sehen. „Rückblickend hätte ich mir denken können, dass ein Auftritt in diesem Umfeld politisch aufgeladen interpretiert werden kann“, schreibt der Rapper. Gleichzeitig wehrt er sich gegen Vorwürfe, er habe sich von Tesla vereinnahmen lassen und droht sogar mit rechtlichen Schritten. „Die vom Handelsblatt angeführten Vorwürfe, ich hätte die Ideologie des Unternehmens propagiert oder auch nur unterstützt, sind absurd“, schreibt Savas in seiner Insta-Story.

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