In der Gigafactory Grünheide hat Tesla im Jahr 2023 genau 200.172 Elektroautos des Model Y produziert. Dafür hat der Autobauer genau 451.654 Kubikmeter Frischwasser verbraucht und 315.333 Kubikmeter Schmutzwasser erzeugt. Zahlen, die Tesla eigentlich für die Behörden aufgeschrieben hatte. Das jedenfalls berichtet der „Tagesspiegel“ am Donnerstag. Die Zeitung hat nach eigenen Angaben Zugang zu diesem internen Tesla-Dokument bekommen.

Es handelt sich demnach um den „Jahresbericht zur Abwassersituation der Gigafactory Berlin-Brandenburg“ von Tesla für das Jahr 2023, ein 55-Seiten-Dokument für Umwelt- und Wasserbehörden. Schon seit längerem steht Tesla in Konflikt mit einigen Behörden, so etwa mit dem Wasserversorger Strausberg-Erkner (WSE). Zuletzt wollte der Wasserverband gar die Abwasserentsorgung für die Fabrik einstellen, weil nach Angaben des Verbands Schadstoff-Grenzwerte nicht eingehalten würden. Eine Entscheidung dazu war jedoch zuletzt vertagt worden. Der Chef der Verbandsversammlung, Hendryk Pilz, war daraufhin zurückgetreten.

Tesla verbraucht viel weniger Wasser als genehmigt

Dass Tesla tatsächlich Grenzwerte beim Abwasser überschreitet, wird laut des Medienberichts im Dokument deutlich. Allerdings wird dort auch ersichtlich, dass Tesla sehr viel weniger Wasser verbraucht als von den Behörden genehmigt. Der Konzern dürfte in Grünheide jährlich 1,3 Millionen Kubikmeter verwenden. Das Werk brauchte 2023 nur etwa ein Drittel. Das ist sehr viel weniger als andere Betriebe in Brandenburg. Dem Bericht zufolge verbraucht selbst der Spargelhof Klaistow mit einer Million Kubikmeter Wasser pro Jahr deutlich mehr.

Auch der Konflikt mit dem WSE werde in dem Dokument thematisiert, heißt es in dem Bericht. Demnach soll der Wasserverband den Abstimmungsterminen mit dem Autobauer zuletzt immer häufiger ferngeblieben sein. „An den monatlichen Abstimmungen nahm der WSE nur noch sporadisch teil“, heißt es im Bericht.

Tesla-Chef Elon Musk fordert nach Anschlag Unterstützung

Nach der Bürgerbefragung, in der sich die Einwohnerinnen und Einwohner Grünheides klar gegen einen Ausbau der Tesla-Fabrik aussprachen, und einem linksextremistischen Anschlag auf die Stromversorgung der Gigafactory, hatte Tesla-Chef Elon Musk am Dienstag in einem Telefonat mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) um mehr Unterstützung gebeten. Laut Steinbach habe Musk „sowohl eine solidarische Reaktion als auch konkrete vertrauensbildende Reaktionen zur Unterstützung des Unternehmens und seiner Beschäftigten eingefordert.“

Die Produktion im Tesla-Werk steht seit dem Anschlag auf die Stromversorgung still und soll noch bis Ende kommender Woche ruhen. Für Tesla entsteht dadurch nach eigenen Angaben ein Schaden von mehreren Hundert Millionen Euro. In der Summe ist laut Tesla auch der Produktionsausfall berücksichtigt.

Tesla will seine Fabrik in Grünheide erweitern. Bislang hat der Autobauer eine Genehmigung für die Produktion von 500.000 Autos im Jahr. Die Kapazität soll mit der Erweiterung auf eine Million Fahrzeuge steigen.

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