Wenn man sagt, dass auf diesen Tag Jahrzehnte lang hingearbeitet wurde, dann ist das nicht übertrieben: In den 1990er-Jahren begannen die Planungen für den Wiederaufbau der Strecke der Dresdner Bahn zwischen Berlin-Südkreuz und Blankenfelde. Am Donnerstag konnte nun die Eröffnung mit einer Sonderfahrt gefeiert werden. Für Reisende geht es in Zukunft fast doppelt so schnell, in noch 23 Minuten, vom Berliner Hauptbahnhof zum Flughafen BER sowie etwa zehn Minuten schneller nach Dresden und weiter nach Prag. Rund 1,1 Milliarden Euro sind in das Projekt investiert worden. Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag werden auf der Strecke die ersten regulären Züge unterwegs sein.
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Die lange Dauer bis zur Eröffnung hat unterschiedliche Gründe, wie Projektleiter Marcus Reuner erzählte. Die ersten Anträge auf Planfeststellung, also eine Baugenehmigung, seien bereits 1997 gestellt worden. Zwischendrin habe es unter anderem eine Wirtschaftskrise und verschiedene politische Konstellationen gegeben. Es folgte zudem eine längere Auseinandersetzung mit einer Bürgerinitiative. Die Bahn habe für den Bereich Lichtenrade noch Tunnelvarianten untersuchen müssen, schilderte Reuner. Der Streit landete schließlich vor dem Bundesverwaltungsgericht. Dieses wies die Anwohnerklagen im Jahr 2017 ab und entschied, dass die Pläne der Deutschen Bahn für einen oberirdischen Bau samt Lärmschutzwänden umgesetzt werden können.

Wiederaufbau der Dresdner Bahn: „Sehr, sehr komplexe Bauabläufe“
Damit rückte dann auch, endlich, der Bau näher. „2017 haben wir den Plan gemacht, wann und wie wir in Betrieb gehen wollen“, erinnerte sich der Projektleiter. Schon damals sei der jetzige Zeitpunkt für die Fertigstellung festgelegt worden. „Das hat also schon mal geklappt“, sagte er mit einem Schmunzeln. Ganz leicht war aber auch der Bau nicht. „Die besondere Herausforderung ist der urbane Raum, also: wenig Platz, wenig Zufahrtsmöglichkeiten“, erklärte Marcus Reuner. „Wir mussten zunächst die S-Bahn-Linie S2 verschwenken, damit Platz für die Fernbahngleise ist, und wir haben neun Bahnübergänge beseitigt.“ Die hätten aber, gerade in Berlin, nicht alle gleichzeitig gesperrt werden können, sondern mussten nacheinander abgearbeitet werden. „In Summe waren das sehr, sehr komplexe Bauabläufe, die zu berücksichtigen waren“, sagte er.
Seit dem offiziellen Baubeginn im Jahr 2019 sind östlich der bestehenden S-Bahn-Trasse auf 16 Kilometern Länge zwei neue elektrifizierte Fernbahn-Gleise entstanden. Im Berliner Stadtgebiet, zwischen Südkreuz und Lichtenrade, können nun Züge schneller, mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 Kilometern pro Stunde fahren, ab der Landesgrenze Berlin/Brandenburg dann 200 Kilometer pro Stunde.
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Dresdner Bahn ist auch für den Güterverkehr wichtig
Ein anderer Vorteil, so betonten es die Verantwortlichen außerdem, ist, dass die sogenannte Anhalter Bahn entlastet wird, die Teil der stark genutzten Schnellfahrstrecke zwischen Berlin und München ist. Auch auf dieser Strecke, zwischen Berlin-Südkreuz und Jüterbog, wurden zuletzt 60 Kilometer Gleise und zehn Weichen erneuert. Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag sollen aber auch dort die Züge wieder regulär fahren.

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Für wie bedeutend die Streckeneröffnung gehalten wird, zeigte auch die Zahl und Prominenz der Gäste bei der Eröffnungsfahrt. Unter ihnen war auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), der betonte, dass das investierte Geld gut angelegt sei. „Wir haben hier eine wichtige Strecke in vielerlei Hinsicht“, so Schnieder. Die Dresdner Bahn gehöre auch zum europäischen Gütervekehrskorridor 7, der wichtige Häfen an Nord- und Ostsee mit dem Mittelmehr verbindet, und habe damit auch eine strategische Bedeutung, sagte er.

Fahrzeit nach Dresden soll bis Ende der 2020er-Jahre weiter verkürzt werden
Die lange Zeit der Vorbereitung ließ aber auch der Bundesverkehrsminister nicht unerwähnt. „Die Eröffnung zeigt, dass Prozesse einfach viel zu lange dauern“, so Schnieder. „Diese Zeit haben wir nicht, wenn wir Verkehrswege auf Vordermann bringen wollen.“ Und dafür gibt es noch einiges zu tun: Der Christdemokrat sprach von einem „Modernisierungsjahrzehnt“, das vor Deutschland liege. „Da müssen wir hindurch“, sagte er, gab sich aber zuversichtlich: „Mit jeder Baustelle, die fertig wird, wird es besser.“ Dass das Bauen schneller klappt, soll durch ein „Infrastruktur-Zukunftsgesetz“ auf Bundesebene erreicht werden.
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Vollkommen abgeschlossen ist das Projekt zum Ausbau der Strecke zwischen Berlin und Dresden aber noch nicht. Es umfasse drei Abschnitte, wie Reuner erklärt. Der erste Teil wurde bereits 2017 fertig, der zweite folgte jetzt mit der Dresdner Bahn. In einem dritten Projektteil sollen weitere Teile der Strecke für eine Geschwindigkeit von 200 Kilometern pro Stunde ausgebaut werden. „Das Ganze soll 2028 fertig sein, sodass dann der komplette Abschnitt zwischen Berlin und Dresden finalisiert ist“, so Reuner. Für Reisende wird sich die Fahrzeit damit noch einmal weiter verkürzen.








