Vor dem Angriff Russlands auf die Ukraine war mehr als die Hälte des Gases aus russichen Pipelines. Heute ist das anders bestätigt Georg Friedrichs, Chef des größten privaten Berliner Energieversorgers Gasag, gegenüber dem „Tagesspiegel“: „Grundsätzlich kann man sagen, dass wir kein russisches Gas mehr verkaufen.“

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Stattdessen komme ein großer Teil des Gases nun aus Norwegen, über westeuropäische Pipelines oder als Flüssiggas (LNG) aus Nordamerika. Rund fünf Prozent des Bedarfs werde in Deutschland produziert. Die Gasspeicher in Deutschland sind laut Friedrichs zu mehr als 70 Prozent gefüllt. „Wenn nicht zusätzlich irgendwo relevante Infrastruktur kaputtgeht, wird Deutschland gut über den Winter kommen“, betont er gegenüber der Zeitung.
Auch interessant
Gleichzeitig arbeite die Gasag daran, Berlin klimafreundlicher zu heizen. In den kommenden acht bis neun Jahren investiere das Unternehmen rund eine Milliarde Euro in moderne Lösungen. Dazu sagt Friedrichs gegenüber dem „Tagesspiegel“: „Es geht hier nicht mehr nur um klassische Gasnetze, sondern vor allem auch um Investitionen in moderne, effiziente, dezentrale Quartierslösungen, um neue grüne Wärmenetze. Das umfasse Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und lokale Wärmenetze. Abwärme aus Rechenzentren werde bereits genutzt: „Dort können wir in einem ersten Schritt schon fast 1000 Wohnungen klimaneutral versorgen.“
Friedrichs lehnt Rekommunalisierung des Berliner Gasnetzes ab
Zur Diskussion um die Rekommunalisierung des Berliner Gasnetzes hat Friedrichs eine klare Haltung: „Es macht wenig Sinn, das Berliner Gasnetz aus der Gasag-Gruppe herauszulösen.“ Das Gasnetz sei Teil eines einheitlichen Systems, das in Berlin und Brandenburg über 150 Konzessionen bearbeite, mit hoher Effizienz betrieben werde und auf die Kompetenz der Mitarbeiter angewiesen sei.
Auch interessant
Für Immobilienbesitzer in unversorgten Gebieten hat Friedrichs dann noch einen Tipp: „Sich ducken und die Decke über den Kopf ziehen, ist angesichts der Klimaherausforderung nicht der richtige Weg. Als Immobilienbesitzer sollte man aktiv werden, aber es muss nicht unbedingt der Austausch der Heizungsanlage im Jahr 2026 sein, dafür gibt es noch ein bisschen Zeit. Aber sich mit dem Thema zu beschäftigen, ist in jedem Fall sinnvoll.“







