Wegen Schäden an der Tunneldecke am U-Bahnhof Nollendorfplatz stehen Fahrgästen dort große Einschränkungen bevor. Konkret geht es um zwei Stellen in der Zwischendecke zwischen mittlerer und unterer Bahnsteigebene, die saniert werden müssen. In einer aktuellen Ausschreibung der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) heißt es dazu: „Zur Umsetzung der Baumaßnahme wird der Zugbetrieb voraussichtlich von Januar bis April 2026 vollständig eingestellt, eine sogenannte Vollsperrung.“ Vorgezogene Untersuchungen und vorbereitende Arbeiten seien womöglich bereits durch den Rückbau der Gleise ab November 2025 möglich, ist dort weiterzulesen. Zuerst berichtete der „Tagesspiegel“.

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Am Bahnhof Nollendorfplatz halten die Züge von gleich vier U-Bahn-Linien: U1, U2, U3 und U4. Entsprechend viele Fahrgäste sind von dem Vorhaben betroffen. Bei dem Projekt handelt es sich laut BVG dabei um eine „vorgezogene Maßnahme“. Voraussichtlich im Jahr 2029 soll eine umfangreiche Sanierung des Bahnhofs samt Außenabdichtungserneuerung folgen, ist den Unterlagen zu entnehmen.

BVG plant Bauarbeiten am U-Bahn-Tunnel Nollendorfplatz: U1, U3 und U4 betroffen

Möglich ist aber, dass es nicht auf allen Linien Auswirkungen der Bauarbeiten geben wird. „Der in dieser Vorhabenbeschreibung betrachtete Bereich liegt im nördlichen Teil des Untergrundbahnhofs, Gleis 1 und 2, der Linie U1 und U3“, ist zu lesen. Laut „Tagesspiegel“ steht im Raum, dass die U1 während der Bauarbeiten nur noch in zwei Teilabschnitten zwischen Wittenbergplatz und Uhlandstraße sowie zwischen Gleisdreieck und Warschauer Straße verkehrt. Die U3 würde dann bereits an der Spichernstraße enden.

Was mit der Linie U4 passiert, ist noch nicht ganz klar. In der Ausschreibung heißt es dazu: „Unter Umständen bleibt der Zugverkehr der Linie U4 auf den nicht betroffenen Gleisseiten in Betrieb. Entsprechende Fahrgast- und betriebliche Anforderungen sind in die Baumaßnahme einzuplanen“. Da die U2 oberirdisch verläuft, soll sie laut „Tagesspiegel“ normal durch den Bahnhof verkehren können.

U-Bahnhof Nollendorfplatz mit schlechter Zustandsnote

Dass sich der U-Bahnhof in einem schwierigen Zustand befindet, ist seit Längerem bekannt. Den Unterlagen zufolge ergab eine „Bauwerkshauptprüfung“ der Linie U1 aus dem Jahr 2021 und „einfache Bauwerksprüfung“ eine Zustandsnote von 3,2 beziehungsweise 3,0. „Bauwerksnoten von 3,0 bis 3,9 bedeuten: Das Bauwerk weist Schäden auf, die in absehbarer Zeit einzeln oder in ihrer Summe die
Standsicherheit beeinträchtigen können und/oder zu einer Beeinträchtigung der Betriebssicherheit führen können“, heißt es weiter.

Der Stahlbeton im Bereich einer der beschädigten Stellen, die Anfang des kommenden Jahres saniert werden sollen, weist demnach zudem „zahlreiche Hohlstellen auf, die seit 2021 im halbjährigen Turnus inspiziert werden“. Laut BVG ist die anstehende Teilsanierung des Bahnhofs bereits seit Längerem im Modernisierungsplan des Unternehmens vorgesehen.

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Mit Blick auf die Sicherheit in dem U-Bahnhof teilte die BVG am Freitag mit: „Die Baumaßnahmen resultieren nicht aus einer akuten Gefährdung des Betriebs.“ Dazu, welche Auswirkungen die Bauarbeiten auf die Linien haben werden, äußerte sich das Unternehmen noch nicht. Die Einzelheiten zum Verkehrskonzept befinden sich demnach noch in der Planung. „Die BVG wird – wie gewohnt – Medien und Fahrgäste rechtzeitig und umfassend informieren“, so das Unternehmen.