Liebe Leserin, lieber Leser,
was wird heute wichtig? Beginnen wir mit einem Blick auf die Termine des Tages:
• Vor dem Moabiter Kriminalgericht beginnt der Prozess gegen einen 19-jährigen anerkannten Flüchtling aus Syrien wegen eines mutmaßlich islamistisch und antisemitisch motivierten Messerangriffs am Holocaust-Mahnmal. Bei dem Vorfall waren einem 30-jährigen Touristen aus Spanien am 21. Februar schwere Verletzungen zugefügt worden.
• Vor der Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses wird der Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) der Offene Brief „#DasIstKeineSchule– Keine Segregationsschule für geflüchtete Kinder in Berlin – gleiche Bildungschancen und eine Schule für alle!“ übergeben.

• Mit „Alizé“ präsentiert der Cirque de Soleil im Theater am Potsdamer Platz seine erste permanente Produktion in Europa. Die Show verbindet Akrobatik und Magie. Zur Premierenfeier werden unter anderem Iris Berben, Katharina Thalbach, Palina Rojinski und Martina Gedeck, Modedesigner Harald Glööckler und der ehemalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit erwartet.
Was passiert denn nun Silvester am Brandenburger Tor? Das war lange nicht klar. Im Juli war die „Berlin feiert Silvester GmbH“ mitsamt der ZDF-Party ausgestiegen, weil Berlin die bisherige Unterstützung in Höhe von 800.000 Euro nicht mehr leisten wollte – knappe Kassen, Haushaltslage und so weiter. Mitte Oktober meldete ein Bündnis von Kulturschaffenden eine Großdemonstration mit 100.000 Teilnehmern an. Kurz danach sickerte durch, dass das Land nun doch etwas zum Jahreswechsel plane – Touristen, Image und so weiter. Und jetzt?

Jetzt hat sich Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zu Wort gemeldet, der sich erst vor ein paar Tagen als Fachmann für Partys und coole Moves in Stellung gebracht hat. Zusammen mit Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der landeseigenen Kulturprojekte GmbH, versprach er eine dreieinhalbstündige DJ-Party ab 22 Uhr mit siebeneinhalbminütigem Feuerwerk ab Mitternacht. 200.000 kostenlose Tickets dafür gibt‘s ab Dezember, die Kosten tragen die Lottostiftung (290.000 Euro), die Senatskanzlei und die Senatsverwaltungen für Wirtschaft, Kultur und Inneres (zusammen 300.000 Euro). Die Kundgebung soll parallel trotzdem stattfinden.
Und die Opposition? Der missfällt, dass es klassisches Feuerwerk anstelle von Licht- und Lasershows geben wird. Vasili Franco, innenpolitischer Sprecher bei den Grünen, spricht von einem Rettungskonzept „auf den letzten Drücker“. Caroline Schubert berichtet.
Berliner Beamtenbesoldung verfassungswidrig. Die Besoldung zahlreicher Berliner Beamtinnen und Beamten war über Jahre verfassungswidrig. Seit Jahren gibt es in vielen Bundesländern Streit um die Höhe der Besoldung. Helge Denker kennt die Details.

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Streit um Gasnetz flammt auf. Soll Berlin das 7000 Kilometer lange Gasnetz von der Gasag-Tochter NBB übernehmen? Deren Konzession läuft noch bis Ende 2027. Berlins schwarz-rote Koalition ist sich uneins, wie es danach weitergehen soll, schreibt Joachim Fahrun.
Hikels mögliche Nachfolgerin. Wie die B.Z. zuerst berichtete, will Neuköllns Bildungsstadträtin Janine Wolter (SPD) nach der Demission von Bezirksbürgermeister Hikel als Kandidatin für die Nachfolge im Rathaus an der Karl-Marx-Straße antreten. Hannah Köllen stellt die 43-Jährige vor.
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Ihr Felix Müller
Leitender Redakteur
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