Fünf Unbekannte haben am frühen Donnerstagmorgen versucht, in ein Juweliergeschäft am Leipziger Platz in Mitte einzubrechen. Wie die Berliner Polizei mitteilte, seien die mutmaßlichen Täter mit einem Auto vor dem Juwelier in der „Mall of Berlin“ vorgefahren und hatten das Sicherheitsrolltor des Geschäfts aufgehebelt. So drangen sie in den Laden vor. Die Polizei bestätigte am Nachmittag, dass die Täter Beute machten. Über die Höhe sei noch nichts bekannt, hieß es.

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Nach Zeugenberichten von vor Ort sollen die Täter gegen halb sechs über die Tiefgarage in die Mall gelangt sein. Während die Türen oben noch geschlossen blieben, würde das Rolltor unten ab vier Uhr für den Lieferverkehr geöffnet. Laut Polizei sind alle fünf Tatverdächtigen flüchtig. Man habe erst die Verfolgung aufgenommen, dann aber die Spur verloren.

Rauchanlage in Juwelier löst mutmaßlich zu spät aus

Der Juwelier liegt im Erdgeschoss der Mall of Berlin, die nach dem Einbruch bis in den Vormittag hinein von der Polizei gesperrt wurde. Am Nachmittag herrschte jedoch wieder reger Betrieb. Vor dem Geschäft, das unmittelbar an einem der Eingänge des Centers liegt, zeugte aber noch eine Absperrung von dem, was hier ein paar Stunden zuvor passierte. Passantinnen und Passanten nahmen davon jedoch keine Notiz. Einige blieben nur etwas verdutzt an dem Absperrband stehen, nur um kurz danach wieder umzudrehen.

Die meisten dachten wohl, dass hinter den heruntergelassenen Rollos gebaut wird. Nur beim näheren Hinsehen sah man ein paar Glasscherben auf dem Boden. Ein etwa 1,20 Meter hoher Spalt im Rollo, das durch einen Stuhl abgestützt war, gab einen Blick ins Innere frei. Im Inneren war zerborstenes Glas bis an die rückwärtige Ladenfront zu sehen. Der Laden war hell erleuchtet, wirkte allerdings menschenleer.

Überfall Mall of Berlin
Im Inneren waren am Nachmittag noch die Scherben zu sehen.© privat | Privat

Am Morgen sah es kurzzeitig so aus, als hätten die Täter Feuer gelegt. Entsprechend war auch die Berliner Feuerwehr im Einsatz. Allerdings brannte es nach Zeugenangaben nicht. Vielmehr soll die Verrauchungsanlage, die Einbrechern die Sicht erschweren soll, ausgelöst worden sein. Ein Handwerker, der dort arbeitet, gab gegenüber der Berliner Morgenpost an, dass die Anlage erst in Gang kam, als die Einbrecher schon längst weg waren.

Geschäft wurde bereits im Mai 2025 überfallen

In der Mall of Berlin gibt es mehrere Juweliergeschäfte. Der Centerplan zählt insgesamt zehn auf, die bis auf eines im Erdgeschoss liegen. Beim betroffenen Geschäft handelt es sich um eine Filiale der türkischen Juwelierkette „Lizay“, die in der Vergangenheit schonmal aufgebrochen wurde.

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Die Lage des Juweliergeschäfts im Erdgeschoss.© BM Grafik | Babette Ackermann-Reiche

Auch im vergangenen Mai kamen die Täter frühmorgens, gingen aber deutlich brachialer vor. Mit einem Gullydeckel zertrümmerten sie erst die Tür zum Center und dann die Scheiben des Geschäfts. Als die Polizei eintraf, waren die vier Täter bereits verschwunden und die Ladenfläche leergeräumt. Der Einbruch soll gerade einmal zwei Minuten gedauert haben. Auch sie konnten bis heute nicht gefunden werden.

Der Store-Manager hatte sich im Nachgang des Einbruchs vom 20. Mai kritisch über die Sicherheitsvorkehrungen in der Mall of Berlin geäußert. Demnach sollen nur zwei Security-Mitarbeiter zum Tatzeitpunkt im Einkaufszentrum gewesen sein, die nur zeitversetzt reagiert haben sollen.

Überfall Juwelier Mall of Berlin
Weil eine Verrauchungsanlage auslöste, musste auch die Feuerwehr alarmiert werden.© Berliner Morgenpost | Gilbert Schomaker

„Da der Einbruch innerhalb von zwei Minuten stattfand und eine hohe Anzahl von Einbrechern beteiligt war, wäre ein Eingreifen unseres Sicherheitspersonals viel zu gefährlich gewesen“, sagte der Center-Betreiber damals gegenüber dem Portal Berlin Live (gehört wie die Berliner Morgenpost zur FUNKE Mediengruppe). „Wir haben jedoch umgehend reagiert.“

Nach dem erneuten Einbruch hält sich das Center-Management allerdings bedeckt. Nachfragen, etwa zu möglichen Sicherheitslücken, blieben am Donnerstag unbeantwortet.

Immer wieder Blitzeinbrüche in Berlin

Überfall Mall of Berlin
Der Bereich um das Geschäft blieb noch am Nachmittag abgesperrt.© privat | Privat

In Berlin ist es in der Vergangenheit mehrfach zu Einbrüchen in Juwelierläden in Einkaufszentren gekommen. In Steglitz fuhren Diebe im April mit einem Auto bis vor einen Juwelier in ein Einkaufszentrum an der Schloßstraße, nachdem sie eine Eingangstür aufgebrochen hatten. Einen vergleichbaren Fall gab es in einem anderen Einkaufszentrum in derselben Straße im August 2024.

Die Taten haben gemeinsam, dass sie oft nur Sekunden bis wenige Minuten dauern. Auf dem Kurfürstendamm, aber auch anderswo, gab es in den vergangenen Jahren gleich mehrfach Fälle, bei denen die Täter die Fensterscheiben aufbrachen, indem sie mit voller Wucht mit dem Auto dagegen fuhren – nicht immer erfolgreich. Auch Gullydeckel erwiesen sich in diesem Zusammenhang schon häufiger effektiv. Eine Gruppe junger Männer brach auf diese Weise im Jahr 2013 innerhalb von drei Monaten sieben Geschäfte auf, was den vieren den Namen „Gullydeckel-Bande“ einbrachte.