Die meisten Berlin-Touristen werden sicherlich mal über den Kurfürstendamm bummeln. Abenteuerlustige erklimmen womöglich den Funkturm oder gar den Teufelsberg. Kulturfreunde bestaunen das Charlottenburger Schloss oder beklatschen eine Inszenierung in der Deutschen Oper, Sportfans besichtigen das Olympiastadion. Dabei wird es ihnen aber vollkommen egal sein, dass sie sich auf dem Gebiet des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf befinden.

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Dass in Zeiten extremer Finanznot Berlins Bezirke viel Geld ausgeben, um sich wie eben jener City-West-Bezirk als „eigenständiges Reiseziel“ zu positionieren, ist absurd. Kein Besucher reist explizit in einen Bezirk, das gilt auch für die klassischen Anziehungspunkte wie Mitte oder Kreuzberg. Es wird deshalb höchste Zeit, die dezentrale Tourismuswerbung einzustampfen. Für das eingesparte Geld finden sich bestimmt viele dankbare Abnehmer.

Aktuelle Beiträge aus Charlottenburg-Wilmersdorf

Charlottenburg-Wilmersdorf plant teures Tourismuskonzept – das sollte „visitBerlin“ vorbehalten sein

In Berlins Politik wird derzeit viel über die richtige Zuordnung von Aufgaben diskutiert, um im Zuge der Verwaltungsreform Doppelarbeit zu beenden. Wenn die Akteure in Land und Bezirken ihre eigenen Vorstellungen ernst nehmen, sollte es ein Ende haben mit teuren Tourismuskonzepten unselbständiger Verwaltungseinheiten, und nichts anderes sind die Berliner Bezirke.

Den Job, Menschen in die Hauptstadt zu locken, sollte dem Landesbetrieb „visitBerlin“ vorbehalten werden. Die haben davon auch mehr Ahnung als irgendwelche Kommunalpolitiker. Und auch die offiziellen Hauptstadt-Promotoren hindert niemand daran, etwa Bootstourismus in Spandau oder Köpenick oder den Gang durch die Plattenbauten von Marzahn zu bewerben.