Wer in Berlin keine angemessene Wohnung finden konnte, dem blieb lange der Ausweg ins Umland. Aber die Flucht in den Speckgürtel wird immer schwieriger, denn auch die Städte und Gemeinden rund um Berlin sind voll, eine echte Entlastung durch mehr Neubau ist auch in Brandenburg nicht in Sicht.

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Dieses Fazit zog der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) bei seiner Bilanz-Pressekonferenz für Brandenburg am Mittwoch. „Seit 2009 hat sich der Leerstand mehr als halbiert, von vier auf nur noch 1,8 Prozent“, sagte BBU-Vorständin Maren Kern. Ab drei Prozent Leerstand spreche man von einem ausgeglichenen Wohnungsmarkt. „Von dem sind wir im Berliner Umland entfernt“, sagte Kern.
Weiter weg von Berlin bleibt der Leerstand ein großes Problem
Der BBU, der vor allem die großen kommunalen, genossenschaftlichen und gemeinnützigen Vermieter vertritt, hat einen guten Überblick. Die Mitgliedsunternehmen besitzen jede zweite der 370.000 Brandenburger Mietwohnungen. Dabei zeigt sich wieder die Zweiteilung des Landes. Rund um Berlin ist es eng und wird teurer, weiter weg plagen die Unternehmen eine hohe Leerstandsquote von mehr als sechs Prozent, in den Randgebieten Brandenburgs sieht es deutlich schlechter aus.

Im Berliner Umland sind die Mieten nach Angaben des BBU 2024 um 4,6 Prozent gestiegen, doppelt so stark wie im Durchschnitt der letzten Jahre. Schuld daran seien die stark gestiegenen Baupreise und die hohen Zinsen. Gleichwohl bleibe das Niveau der Bestandsmieten moderat, betonte die BBU-Chefin. Im Umland insgesamt lag die durchschnittliche Quadratmeter-Kaltmiete bei 6,42 Euro. In der Landeshauptstadt Potsdam zahlten Mieterinnen und Mieter 6,64 Euro. Die Mieten würden weiterhin moderat ansteigen.
Der Neubau wird auch im Berliner Umland weiter zurückgehen
Der Neubau war zuletzt etwas in Schwung gekommen, aber die Bautätigkeit werde in den nächsten Jahren wieder zurückgehen, sagte Kern. Der BBU bezieht seine Erkenntnisse aus einer Umfrage bei den Mitgliedsunternehmen, an der sich fast alle beteiligen.
Im vergangenen Jahr wurden von BBU-Unternehmen im Speckgürtel 1600 Wohnungen fertiggestellt. 1280 davon stellten Firmen mit Sitz in Berlin her. Aber die Fertigstellungen werden sinken. 2024 wurden insgesamt 303 Millionen Euro investiert, das waren schon 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Berücksichtigt man die gestiegenen Baupreise, dürfte es in Zukunft erheblich weniger neue Wohnungen im Umland geben, machte Kern deutlich. Die Unternehmen verschöben ihre Investitionen deutlich weg vom Neubau, hin zu Modernisierung und Instandhaltung. Die Baukosten liegen laut Kern inzwischen bei mehr als 20 Euro, wobei es kaum noch Unterschiede zwischen Berlin, Umland oder entfernteren Landkreisen gebe.
Der BBU fordert deshalb mehr Förderung, eine Klarheit der zu erwartenden Subventionen durch den Bund sowie niedrigere Bau- und Umweltstandards, um das Bauen billiger zu machen. Von der Bundesregierung gebe es bisher noch keine Signale, in welche Richtung es gehe. „Wir verlieren Monat um Monat“, sagte Kern.





