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Und dann zum Ernst der Lage. Der Flughafen BER sieht sich im Moment gleich einer doppelten Bedrohungslage ausgesetzt. Erst erfolgte am Freitagabend der Cyberangriff auf die Abfertigungssysteme. Dann meldeten am Montagabend die Flughäfen Oslo und Kopenhagen Überflüge von „großen Drohnen“.
Zunächst einmal scheinen beide Ereignisse unabhängig voneinander zu sein. Doch das Gegenteil ist der Fall. Bei den Drohnenangriffen äußerten Experten sehr schnell die Vermutung, dass eine Regierung hinter den Überflügen stecken müsse. Woher die Drohnen kamen und ob wir hier Gleiches fürchten müssen? Bislang völlig unklar.

Der Hintergrund des Cyberangriffs war noch dubioser. Die Software wird an 150 Flughäfen weltweit eingesetzt, betroffen waren nur vier von ihnen. Britische Experten vermuten deshalb einen Test. Die Hintergründe sind auch hier unaufgeklärt.
Auch die Recherchen der Berliner Morgenpost brachten am Dienstag nicht viel Erhellendes. Weil die Sicherheitsbehörden in solchen Fällen die Details lieber für sich behalten. Gegenüber unserem Reporter Leonard Laurig hieß es nur: „Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass die Bundespolizei aus einsatztaktischen Erwägungen zur Wirksamkeit der Einsatzmaßnahmen keine detaillierteren Angaben zu den eingesetzten Systemen und ihr taktisches Vorgehen machen kann.“
Wer immer hinter den Angriffen steckt, hat sein Ziel bereits erreicht: Zu zeigen, dass unsere Infrastruktur verwundbar ist. Und Berlin befindet sich im Zentrum der globalen Bedrohung. Auch die Angriffe auf die Stromversorgung machen deutlich: In einer Metropole wie unserer ist immer eine Vielzahl von Menschen betroffen.
Da hilft nur alles zu tun, was zum Schutz kritischer Infrastruktur getan werden kann. Statt sich provozieren zu lassen, die nötigen Vorkehrungen treffen. So war es am gestrigen Abend Verteidigungsminister Boris Pistorius, der forderte, es brauche jetzt „Ruhe, Klarheit und Besonnenheit und angemessenes Reagieren“. Er fände, Besonnenheit und Stärke gehe hervorragend zusammen.
Die FDP-Politikerin Agnes Strack-Zimmermann formulierte das gleiche, nur etwas weniger diplomatisch: „Wir sollten uns allerdings nicht provozieren lassen, denn darauf zielen Putins Provokationen ab.“ Besonnen wäre also, zu antizipieren, was dem Herrn im Kreml noch so alles einfallen könnte, um Europa zu destabilisieren. Es entsteht der Eindruck, da könnte noch mehr kommen.
Was sonst noch wichtig ist
In der heutigen Ausgabe des Newsletters noch etwas in eigener Sache. Also, vielleicht auch nicht. Die Begeisterung, mit der meine Kollegin Jessica Hanack heute vom Berlin-Marathon erzählt, eint ja die Stadt wie kaum ein anderes Thema. Laufen ist über die Jahre ein unglaublich populärer Sport geworden. Am 12. Oktober findet schon der nächste Lauf auf Berlins Straßen statt: Ich freue mich, wenn viele Leserinnen und Leser beim Zehn-Kilometer-Lauf der Berliner Morgenpost dabei sind.
Juristische Details sind manchmal kompliziert. So ist der Vorstoß der Grünen ehrenwert, Wohnungen privater Vermieter in den sozialen Wohnungsbau integrieren zu wollen. Ob und wie so ein Gesetz rechtlich zulässig ist, ist aber noch nicht geklärt. Auf jeden Fall ist schon vor Beginn des Wahlkampfs klar: Es wird das zentrale Thema im kommenden Jahr.
Der Senat besuchte gestern in Spandau zunächst die Zitadelle, dann eine Schule und schließlich ein neues Quartier. Unser Kollege Johannes Vetter war vor Ort und hat sich erklären lassen, was da im Berliner Westen entsteht.
Zur gleichen Zeit war unser Reporter für Reinickendorf, Dirk Krampitz, im Unterholz unterwegs. Im Tegeler Forst sind die Sturmschäden vom Sommer noch an vielen Stellen sichtbar. Der Bezirk will nun aber etwas Neues versuchen. Einfach nicht aufräumen. Und unser Reporter erzählt, warum.
Zum Schluss das Beste: Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner hat wieder einmal gefordert, was sinnvoll ist. Die Regierung soll endlich mal vollständig von Bonn nach Berlin umziehen. Mir spricht der Mann aus der Seele. Und die Reaktion aus NRW ließ auch nicht lange auf sich warten. Aber eine schlaue Lösung ergibt sich wohl kaum, wenn zwei sich streiten.
Ich wünsche einen entspannten Mittwoch.
Ihr Peter Schink,
Chefredakteur
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