Das Berliner Marathon-Wochenende bedeutete nicht nur für die zehntausenden Sportlerinnen und Sportler eine Kraftanstrengung, sondern auch für die Rettungs- und Sicherheitskräfte der Hauptstadt. Informationen dieser Redaktion zufolge fuhr die Berliner Feuerwehr während des Lauf-Events insgesamt 1900 Einsätze, davon hatten 184 Rettungsdiensteinsätze einen direkten Veranstaltungsbezug. Im Vorjahr waren es noch 71. Zum Vergleich: An einem normalen Sonntag sind es im Schnitt 1500 bis 1600 Einsätze, die die Feuerwehr zu bewältigen hat.

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130 Rettungswagen waren am Sonntag unterwegs. Zwischen 11 und 17 Uhr kamen dabei stündlich über 100 neue Alarme rein. Die meisten davon waren Notfallrettungen. Die Wetterlage sorgte zudem für viele Kreislaufprobleme bei den Läufern. So zählte der Sanitätsdienst des Marathons – unter Führung der Johanniter – 1350 Hilfeleistungen, im Vorjahr waren es 910. Insgesamt 125 Läufer mussten ins Krankenhaus gebracht werden, im Vorjahr waren es 47. „Reanimationen waren im Veranstaltungsbereich insgesamt 3 zu verzeichnen“, hieß es in der Feuerwehr-Bilanz.

Überlastung der Feuerwehr während des Berlin-Marathons

Feuerwehrkräfte berichteten von langen 10-Stunden-Schichten und Überlastung. Im gesamten Stadtgebiet waren neben auch diverse Freiwillige Feuerwehren unterstützend im Dienst. „Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen deutlichen Anstieg der veranstaltungsbezogenen Einsätze“, heißt es von der Feuerwehr. „Dies hatte zeitweise auch Auswirkungen auf die Einsatzmittelverfügbarkeit im gesamten Stadtgebiet und führte zu einer spürbaren Mehrbelastung für alle im Dienst befindlichen Einsatzkräfte.“ Von 13:13 Uhr bis 18:31 Uhr wurde die Auslastungsstufe 3 ausgerufen. Es waren allerdings immer Rettungswagen verfügbar, wenn auch zeitweise nur in geringer Anzahl.

„Im Besonderen bei Versammlungen oder auch Großveranstaltungen wie dem Berlin-Marathon, bei denen die Berliner Feuerwehr durch das erhöhte Einsatzaufkommen voll ausgelastet ist, sorgen die neuen Notfallkategorien für eine effektive und präzise Priorisierung der Einsätze und haben sich aus Sicht der Berliner Feuerwehr bewährt“, so ein Sprecher auf Nachfrage.

Auch Polizei während des Marathons im Dauereinsatz

Auch die Polizei war im Dauereinsatz. „Wir danken allen eingesetzten Kollegen, die den Ablauf des Marathons gewährleistet haben“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei GdP. „Das Wochenende war unglaublich intensiv, da die Einsatzkräfte neben den Kernaufgaben wie Streckenschutz und Versammlungslagen auch bei zahlreichen Kreislaufproblemen helfen mussten und reihenweise ohne Pausen einfach hin- und hergeschoben wurden.“

Dass die Polizeibehörde es nicht einmal schaffe, hier Getränke zur Verfügung zu stellen, sei nicht nachvollziehbar, so Jendro weiter: „Auch unsere Berliner Feuerwehr war massiv gefordert, sodass wir in Sachen verfügbare Einsatzmittel zwischendurch echt Oberkante Unterlippe waren.“ Beim Blick auf die sportliche Belastung in Kombination mit den Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit seien viele Einsätze dazu gekommen. Diese seien für den Veranstalter kaum abzusehen gewesen, hätten aber neben dem normalen Tagesgeschäft zusätzlich noch durch die Feuerwehr bewältigt werden müssen, betont der Gewerkschafter.

Ruhiges Marathon-Wochenende aus Sicht der Polizei

„Zur Unterstützung haben wir unsere Rettungssanitäter bei der Polizei, die im Einsatz sind, zusammengestellt und bei der medizinischen Erstversorgung an der Strecke geholfen“, hatte Polizeisprecher Florian Nath der Berliner Morgenpost schon am Sonntag gesagt. „ Es gab extrem viele Hilfeleistungen.“ 

Laut Polizei war das Marathon-Wochenende aus strafrechtlicher Sicht jedoch weitgehend störungsfrei. Am Samstag und am Sonntag wurden nur wenige Ordnungswidrigkeiten und Straftaten im einstelligen Bereich erfasst, darunter Körperverletzungen, Belästigungen, Autodiebstähle, illegale Drohnenflüge und das Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen im Kontext des Nahostkonflikts. Insgesamt kam es im Bereich des Lauf-Events zu neun Festnahmen. Verstöße gegen das erlassene Waffenverbot wurden nicht registriert.