Die beschleunigten Einbürgerungen in Berlin machen sich auch in der Einwohnerstatistik bemerkbar: Zum einen gibt es wieder mehr Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit in der Hauptstadt – zum anderen ging die Zahl der ausländischen Einwohner zurück, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg ermittelte.

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Die Zunahme von Einbürgerungen sorgte 2024 dafür, dass der jahrelange Rückgang von deutschen Bürgern in Berlin gestoppt wurde. Im ersten Halbjahr steig ihr Anteil sogar um 6.336 Menschen (+0,2 Prozent). Dieser Trend ist in allen Bezirken zu beobachten – den größten Zuwachs gibt es mit 1.339 Menschen in Mitte (+0,5 Prozent).

Ausländeranteil in Berlin geht zurück

Gleichzeitig sank in Berlin die Zahl ausländischer Bürger leicht um 836 Menschen (0,1 Prozent) und schwächte damit den Wachstumstrend in der Hauptstadt leicht ab. In sieben Bezirken ging der Ausländeranteil zurück. Besonders Reinickendorf und Steglitz-Zehlendorf wiesen mit je 1,4 Prozent die stärksten Rückgänge auf.

Neben dem rückläufigen Zuzug aus dem Ausland reduzierte sich die Zahl von Ausländern in Berlin zusätzlich durch eine 2024 in Kraft getretene Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes sowie die beschleunigte Abwicklung von Einbürgerungsverfahren. Im ersten Halbjahr 2025 erhielten in Berlin rund 21.000 Menschen den deutschen Pass. Im Jahr 2024 waren es insgesamt 25.000 Menschen gewesen.

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Zahl der Einbürgerungen in Berlin steigt

Seit Anfang 2024 ist das Amt für Einwanderung (LEA) für Einbürgerungen verantwortlich – zuvor waren dies die Bezirke. Die Einbürgerungszahlen sind seitdem deutlich gestiegen, weil das Amt einen Antragsstau von Zehntausenden Fällen, der in den vergangenen Jahren entstanden war, abarbeitet.

Grund für die schnelleren Einbürgerungen ist auch, dass die ehemalige Ampel-Regierung die Voraussetzungen für den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit gelockert hatte. Bei sehr guten Sprach- und Integrationsleistungen, wie etwa ehrenamtlichen Engagement, kann diese nun schon nach drei Jahren erfolgen. Die aktuelle schwarz-rote Regierung will dies jedoch wieder zurücknehmen.

Durch die schnelleren Einbürgerungen veränderte sich in Berlin auch die Zahl der Deutschen mit Migrationshintergrund. Ihr Anteil stieg von 16,2 Prozent am 31. Dezember 2024 auf 16,9 Prozent im ersten Halbjahr 2025. Die Gruppe wuchs binnen sechs Monaten auf 657.999 Menschen (+11,2 Prozent). Gleichzeitig stagnierte der Ausländeranteil bei 24,9 Prozent.

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Fast 4 Millionen Menschen leben inzwischen in Berlin

Berlinweit stieg die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund (Ausländer und Deutsche mit Migrationshintergrund) somit auf 41,7 Prozent. Ende 2015 lag die Zahl noch bei 29,9 Prozent. Die meisten lebten in Mitte (59 Prozent), Neukölln (52,2 Prozent) und Friedrichshain-Kreuzberg (50,1 Prozent). Die meisten Deutschen mit Migrationshintergrund lebten ebenfalls in Mitte (22,0 Prozent) und Neukölln (23,6 Prozent) sowie Charlottenburg-Wilmersdorf (20,0 Prozent).

Nach Angaben der Statistiker lebten am 30. Juni 2025 rund 3,9 Millionen Menschen mit Hauptwohnsitz in Berlin. Das waren 5.500 Menschen mehr (+ 0,14 Prozent) als Ende 2024.

jst/dpa