Das Berliner Buchstabenmuseum wollte historische Schriften bewahren und zugleich Stadt- und Zeitgeschichte lebendig halten. Nun steht nach zwei Jahrzehnten das Aus bevor: Am 6. Oktober macht es endgültig dicht. „Wir haben keine institutionellen oder regelmäßigen Förderungen bekommen. Und jetzt sind wir an einem Punkt, wo es ohne finanzielle Unterstützung einfach nicht mehr geht“, sagte Gründerin und Leiterin Barbara Dechant der Deutschen Presse-Agentur.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Trotz des Engagements eines Teams von Ehrenamtlichen, das sich um Öffnungszeiten, Transporte und handwerkliche Arbeiten kümmerte, sei die Hauptlast an ihr selbst hängen geblieben, so Dechant. Die Besucherzahlen haben sich demnach seit der Corona-Pandemie halbiert, steigende Energie- und Betriebskosten konnten nicht mehr gedeckt werden.
Auch interessant
Im Internet sammelt das Museum jetzt Geld, unter anderem für die Zurückzahlung von Coronahilfen. Wie die Zukunft aussieht, ist allerdings noch nicht klar. „Wir überlegen, was wir mit der Sammlung machen können“, so die Kommunikationsdesignerin Dechant. Die Öffentlichkeit werde jetzt auf das Thema aufmerksam. Aktuell befindet sich das Museum im S-Bahnbogen in der Nähe der Station Bellevue.
Typographie zum Anfassen
Die Sammlung umfasst rund 3.500 Buchstaben – von einzelnen Lettern bis zu kompletten Schriftzügen. Die Exponate stammen überwiegend aus Berlin, aber auch aus anderen Teilen Deutschlands, Österreich und der Schweiz. Oft sind es Schriftzüge aus dem öffentlichen Raum – von Geschäften, Bahnhöfen oder Institutionen – die hier ein neues Zuhause fanden. Zur Sammlung gehört etwa der Schriftzug „Zierfische“ aus den frühen 1980er Jahren von einem Geschäft am Frankfurter Tor oder auch die Namen „Möbelhaus Kern“ oder „Tagesspiegel“.
Kulturpaket: Für Kulturfans, die mehr erleben wollen
In Berlin erwarten Sie täglich zahlreiche Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen und Events. Doch wo fängt man an? Mit unserem Kulturpaket erleben Sie Kultur nicht nur digital, sondern auch live. Täglich haben Sie mit Abundo Zugang zu Berlins vielfältiger Kulturszene – heute eine Comedy-Show, morgen eine Ausstellung, übermorgen ein Konzert in der Philharmonie. Und das Beste: Mit dem digitalen Abo der Berliner Morgenpost sind Sie immer bestens informiert. Interessiert? Sichern Sie sich jetzt das Angebot zum Vorzugspreis und sparen Sie 44 Prozent. Tauchen Sie ein in Berlins Kulturszene – heute ins Klassikkonzert, morgen ins Museum, am Wochenende zu einem Comedy-Event.
Zu den ältesten Objekten zählt ein noch funktionstüchtiger Neon-Schriftzug aus dem Jahr 1947. Das Museum dokumentierte nicht nur die Buchstaben selbst, sondern auch deren Geschichte und Kontext – von Ladenschildern über Verpackungen bis hin zu Türschildern. Die größten Buchstaben messen bis zu drei Meter. Die Materialien reichen von Metall und Holz über Porzellan bis hin zu Glas und Acryl. „Wir sammeln nicht nur Neonbuchstaben oder Schriftzüge, die sind zwar schön, weil sie leuchten, aber der Fokus bei uns in der Sammlung liegt tatsächlich auf dem gebauten, 3D-anfassbaren Buchstaben“, betont Dechant.
lth/dpa





