Am 12. und 13. September öffnet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Garten und Pforten von Schloss Bellevue für das große Bürgerfest. Rund 4.000 Bürgerinnen und Bürger werden erwartet. Nur 25 Vereine aus ganz Deutschland dürfen ihre Arbeit beim Bürgerfest vorstellen. Einer dieser Vereine ist ShelterBox. Wir stellen den Verein vor, der vor 25 Jahren in Großbritannien entstand und dessen Berliner Dependance vor 20 Jahren von einem 18-Jährigen gegründet wurde.

Die Spezialität von ShelterBox: Zelte und Grundausstattung an schwer zugängliche Orte bringen, die bei großen Organisationen durchs Raster fallen. „Wir waren vor zwei Jahren im Erdbebengebiet in Marokko,“ berichtet die Vorstandsvorsitzende Annette Rost. „Es ging um 25 Dörfer im Atlasgebirge, die schwer zugänglich waren, die Infrastruktur war komplett zerstört. Die letzten Meter wurden die Hilfsgüter mit Menschen und einem Eseln transportiert.“
Zelte für verschiedene Katastrophenlagen

Erdbeben, Überschwemmung, Schlammlawine oder Krieg – Wenn Menschen durch eine Katastrophe mit einem Schlag alles verlieren, brauchen sie schnell ein Dach überm Kopf. ShelterBox hat verschiedene Lösungen im Angebot. Im Erdbebengebiet in Myanmar sind Gebiete, in denen ShelterBox Hilfe leistet, durch massiven Regen überschwemmt, hier kommen dann Obdachlösungen aus Bambus zum Einsatz. Andere Regionen im Erdbebengebiet sind von Dürre betroffen, hier unterstützt der Verein die Menschen mit Holzbauten, die gemeinsam mit lokalen Handwerkern errichtet werden.
„Die Zahl der Geflüchteten steigt leider kontinuierlich“, bedauert Annette Rost. ShelterBox sei ein ein rein spendenfinanzierter, gemeinnütziger Verein. „Jeder Euro zählt!“, betont sie.
Ein ShelterBox-Zelt kostet 480 Euro und damit mehr als ein Familienzelt der UNO-Flüchtlingshilfe, das mit 360 Euro veranschlagt wird. Was macht das Zelt teurer? „Bei uns ist die Logistik schon inkludiert“, erklärt Annette Rost. „Die Zelte befinden sich in Lagern weltweit, Panama, Ostafrika, Belgien, Westafrika, Dubai, Philippinen, fast alles UN Lager, die wir kostenfrei nutzen dürfen. Weltweit halten wir für über sechs Millionen Euro Hilfsgüter bereit, diese können wir sofort in Katastrophengebieten einsetzen.“
Wie alles angefangen hat
ShelterBox liefert nicht nur Familien- und Notzelte, sondern auch Solarlampen, Reparatur-Kits, Kochgeschirr, drei verschiedene Sorten von Decken, Matratzen, Wasserfilter und Moskitonetze in Katastrophengebiete. Tausende Reparatur-Kits wurden beispielsweise in die Ukraine geliefert, um zerschossene Wände zu reparieren. Aber auch nach Gaza gingen viele Zelte.

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Gegründet wurde ShelterBox im Jahr 2000 in Großbritannien. Der Verein wurde von dem mittlerweile 75 Jahre alten Tom Henderson mit Unterstützung seines lokalen Rotary Clubs in Helston in Cornwall lanciert. Die ersten Hilfsboxen wurden im Januar 2001 als Reaktion auf ein Erdbeben im indischen Gujarat verteilt
Schirmherrin ist Königin Camilla. Die Dependance in Prenzlauer Berg wurde vor fast 20 Jahren von Clemens Witt ehrenamtlich gegründet, der damals erst 18 Jahre alt war. Witt ist mittlerweile Anfang 40 und Privatier. Mittlerweile gibt es 13 ShelterBox-Dependancen weltweit – auch in den USA, Kanada, Schweiz, Neuseeland und Australien.
Gloria (73): Von Hurricane überrascht

Die 73-jährige Gloria verlor durch einen Hurricane im Juli 2024 ihr Zuhause auf einer kleinen Insel in der Karibik. In ihrem Haus konnte sie sich gerade noch hinter einer Betontreppe in Sicherheit vor den Fluten bringen. Noch nie habe sie so einen starken Hurricane erlebt. Der Sturm hinterließ eine riesige Verwüstung. „Am Morgen nach dem Hurrikan kam ich hier raus und hörte die Leute schreien, weil ihre Häuser so beschädigt waren“, erzählt Gloria. „Aber ich konnte einfach kein Wort sagen. Man konnte weder essen noch trinken. Es rüttelt einen einfach auf. Ich bete und bitte Gott; Ich möchte so einen Terror nicht noch einmal erleben. Schrecklich.“
Gefährlicher Einsatz in Gaza

Im Sudan, im Burkina Faso, im Jemen, im Tschad oder in Pakistan. Die ShelterBox-Expertise bei Notunterkünften ist auf der ganzen Welt gefragt. Auch auf die verheerende Situation in Gaza hat ShelterBox reagiert. Bereits 2015 konnte der Verein Zelte und andere Ausrüstungs-Gegenstände zur Verfügung stellen. Auch 2025 helfen die Zelte dort Menschen. Dort arbeitet ShelterBox mit einer lokalen Non-Profit-Organisation namens Palestinian Agricultural Development Association (PARC) zusammen. Wie gefährlich der humanitäre Einsatz manchmal sein kann, zeigen die jüngsten Ereignisse: Drei PARC-Mitarbeiter wurden durch israelische Luft-Angriffe getötet. Die Shelterbox-Ausstattungen konnte schon viele Menschen in Not retten und ihre missliche Lage drastisch verbessern. „In 25 Jahren haben wir über drei Millionen Menschen geholfen“, so die Bilanz von Annette Rost.





