Im vergangenen Monat haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Social-Media-Plattform TikTok gestreikt. Der Grund? Das Unternehmen plant, mehrere Abteilungen zu schließen und die Beschäftigten mit KI-Technologien sowie externen Dienstleistern zu ersetzen. Es waren die ersten Streiks bei einer Social-Media-Plattform in Deutschland.

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Nun soll das Unternehmen einer Mitarbeiterin wegen der Teilnahme an beiden Streiks mit Kündigung gedroht haben, wie die Gewerkschaft Verdi in einer offiziellen Mitteilung berichtet. „Die Ankündigung ihrer Kündigung erfolgte kurz nach ihrer Teilnahme an den Verdi-Streiks im Juli“, heißt es darin weiter.

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Die TikTok-Mitarbeiterin sei eigentlich nicht von den geplanten Umstrukturierungen betroffen gewesen. Dennoch habe sie aus Solidarität an den Streiks teilgenommen. Kurz danach seien ihr sämtliche Zugänge zum System gesperrt worden, die inzwischen jedoch wieder freigeschaltet wurden. „Aus einem Team mit über 30 Beschäftigten soll ausgerechnet die Kollegin gefeuert werden, die sich am Streik beteiligt hat. Die Sache stinkt zum Himmel“, sagte die für den Bereich Medien in Berlin-Brandenburg zuständige Gewerkschaftssekretärin, Kathlen Eggerling.

„Wir fordern TikTok auf, von der Kündigung sofort Abstand zu nehmen und endlich mit ver.di in konstruktive Verhandlungen über den geforderten Sozialplantarifvertrag einzutreten“, hieß es weiter. Sollte TikTok die Kündigung in die Tat umsetzen, werde Verdi die Betroffene mit allen juristischen Mitteln unterstützen.

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Hintergrund des Konflikts ist der Plan von TikTok, die Moderation von Inhalten künftig durch Künstliche Intelligenz (KI) ausführen zu lassen oder an Drittanbieter auszulagern. Die betroffenen Beschäftigten, die zuvor die KI-Systeme trainiert haben, sehen sich nun mit Kündigungen konfrontiert. Die Gewerkschaft fordert für die Betroffenen Abfindungszahlungen in Höhe von drei Jahresgehältern und eine Verlängerung der Kündigungsfrist um zwölf Monate.

Zudem hatte Verdi direkt nach den Streiks TikTok vorgeworfen, intern Falschinformationen über das deutsche Streikrecht verbreitet zu haben. Die Geschäftsführung habe behauptet, die unangekündigte Teilnahme an den Warnstreiks verstoße gegen rechtliche Pflichten, erklärte die Gewerkschaft. Verdi wertet dies als Einschüchterungsversuch. Auch die nun angekündigte Kündigung einer Mitarbeiterin interpretiert die Gewerkschaft als Fortsetzung dieser Strategie.

mit AFP