Ausfälle und Verspätungen haben in den vergangenen Wochen zum Alltag vieler Fahrgäste der Berliner S-Bahn gehört. In der Konsequenz lud Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) für diesen Mittwoch zu einem Krisengespräch ein, auf dem verschiedene Schritte beschlossen wurden, um die Situation zu bessern. „Zeitnahe und spürbare Qualitätsverbesserungen“ müssten „im Fokus aller Verantwortlichen stehen“, heißt es in einer Stellungnahme der Verkehrsverwaltung. Die Rede ist von kurzfristigen, vorbeugenden Instandhaltungsmaßnahmen, um Störungen zu verhindern, sowie neuen Überwachungssystemen. Ein konkretes Datum, bis zu dem sich die Lage für Fahrgäste bessern soll, wird aber nicht benannt.

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An dem rund einstündigen Treffen nahmen laut Verkehrsverwaltung neben der Senatorin auch Alexander Kaczmarek als Konzernbevollmächtigter der Bahn für Berlin, S-Bahn-Chef Peter Buchner sowie Vertreter der DB InfraGo, der Infrastrukturgesellschaft der Deutschen Bahn, teil. Die Verkehrsverwaltung schreibt dabei von einem „konstruktiven Gespräch“, bei dem man sich auf einen akuten Handlungsbedarf mit Blick auf die Störungen in der Infrastruktur verständigt habe. Es müssten alle Bemühungen dahin gehen, „eine Trendumkehr zu erreichen“, heißt es weiter.
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S-Bahn Berlin: Fahrgastinformation und Fahrzeugprobleme sollen angegangen werden
Einerseits geht es laut Mitteilung darum, Störungen an der Infrastruktur wie Signalen oder Weichen zu vermeiden, in dem die präventive Instandhaltung intensiviert wird. „Bei nicht vermeidbaren Störungen sind Fehlerbeseitigung und Entstörung merkbar zu beschleunigen“, schreibt die Verwaltung. Zudem müsse die Fahrgastinformation in Problemsituationen verbessert werden. Und: „Neben den Punkten zur Infrastrukturqualität wurde auch das Problem der Fahrzeugverfügbarkeit bei der S-Bahn besprochen.“ Dazu seien „weitere Verbesserungen in 2025 und den Folgejahren erforderlich, um ein früheres niedrigeres Störungsniveau wieder zu erreichen“.
In einem Bericht ans Abgeordnetenhaus hatte die S-Bahn mit Blick auf ihre Fahrzeuge beispielsweise erklärt, bei der Baureihe 481 neben der ohnehin stattfindenden Runderneuerung auch die Leittechnik zu modernisieren. Unter anderem sollen Leitungen in den Fahrzeugen ausgetauscht werden. Für die aktuell neuste Baureihe wurde demnach eine Taskforce mit den Herstellern Siemens und Stadler eingerichtet, denn auch dort lag die Störanfälligkeit laut S-Bahn zuletzt noch nicht auf dem Zielniveau. Vor allem die Türen stehen im Blickpunkt.
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S-Bahn soll Personalausfälle in Stellwerken besser ausgleichen können
Um die Störungen an der Infrastruktur zu reduzieren, wurde laut Verkehrsverwaltung jetzt eine Taskforce gegründet, an der auch die Hersteller der Systemkomponenten beteiligt sind. Davon verspricht man sich, Arbeiten zur Störungsbeseitigung besser zu koordinieren und zu beschleunigen. Darüber hinaus seien bei der S-Bahn neue Überwachungssysteme in der technischen Genehmigungsprüfung. Sie sollen bis zur Umstellung der kompletten Signal- und Sicherungssysteme und der Grunderneuerung aller Stellwerke, die noch bis Mitte der 2030er-Jahre dauern wird, als Übergangslösung dienen. Ein Prüfergebnis soll bis Ende dieses Jahres vorliegen.
Indem weitere Stellwerke, unter anderem, in Schöneweide, in die Betriebszentrale integriert werden, soll zudem eine höhere Flexibilität und Verlässlichkeit bei der Personaleinsatzplanung erreicht werden. Im Juli hatte ein kurzfristiger Personalausfall im Schöneweider Stellwerk zu massiven Einschränkungen auf diversen Linien gesorgt. Allerdings ist hier nicht mit einer Sofortmaßnahme zu rechnen: Laut Verkehrsverwaltung soll die technische Integration „bis zum Jahr 2027 forciert werden“.
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Bei der Berliner S-Bahn haben sich die Werte zur Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bereits seit 2021 verschlechtert, obwohl seit dem Frühjahr 2018 eine „Qualitätsoffensive“ läuft. Im ersten Quartal 2025 hatte die Pünktlichkeitsquote bei 93,5 Prozent gelegen, eigentlich sollen es 96 Prozent sein. In den vergangenen Wochen hatte unter anderem die Technik auf der Stadtbahn Probleme bereitet. Diese sei zwar grundsätzlich robust, aber in den vergangenen Jahren fehleranfälliger geworden. Probleme bereiten laut Bahn zudem äußere Einflüsse, zuletzt etwa die Hitze und die großen Temperaturschwankungen.
Am Ergebnis des Krisentreffens gibt es von Seiten der Grünen jedoch Kritik. „Es werden jetzt zwar ad hoc ein paar Notpflaster aufgeklebt, nicht aber die dringend nötigen Investitionen in Aussicht gestellt. Das ist maximal Symptombehandlung und keine Ursachenbekämpfung“, so die verkehrspolitische Sprecherin, Antje Kapek. Mit einer echten Entlastung für die Fahrgäste sei auch nach dem Treffen nicht zu rechnen.







