Das Chaos bei der Berliner S-Bahn wird immer größer: Kaum ein Tag vergeht, wo Stellwerks- und Signalstörungen nicht zu Verspätungen oder gar Zugausfällen führen. Inzwischen sieht auch Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) das Problem und will am Mittwoch mit Vertretern der S-Bahn ein Krisengespräch führen.

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Dabei könnte auch ein weiteres Problem zur Sprache kommen: Das alte Wagenmaterial, das immer störanfälliger ist. Besonders spürbar ist das auf der wichtigen Nord-Süd-Linie S2, die von Bernau quer durch die Berliner Innenstadt nach Blankenfelde führt.

Wie eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Johannes Kraft, die dem „Berliner Kurier“ vorliegt, ergab, ist die S2 dabei besonders anfällig für Zugausfälle und Störungen: 26.048 Verspätungen wurden 2023 gemeldet, ein Jahr später fast 27.000. 11.566 kam der Zug in 2023 zudem gar nicht, 2024 waren es gar 13.932 Ausfälle.

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Züge der Baureihe 481 werden immer störanfälliger

Hauptgrund dafür waren dafür laut der Antwort auf die Anfrage Schäden am Triebfahrzeug (Antriebs- oder Türstörungen), sowie sonstige technische Störungen an den Zügen. Auf der S2 setzt die S-Bahn dabei ausschließlich Fahrzeuge der Baureihe 481 ein, die mit 500 Vollzügen das Flaggschiff der Berliner S-Bahnflotte ist.

Allerdings sind die Züge inzwischen durchschnittlich 25 Jahre alt und befinden sich laut Verkehrsverwaltung „in der Phase des Lebenszyklus, in der technische Störungen zunehmen und das Aufspüren von deren Ursachen sowie das Ableiten von Maßnahmen zur Beseitigung sehr aufwändig ist“.

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So will die S-Bahn die Lebensdauer der Züge erhöhen

Da neue Züge auf sich warten lassen, will die S-Bahn die Baureihe 481 mit dem Projekt „Langlebigkeit BR481“ auf Vordermann bringen. Hierfür werden „weitere Maßnahmen zur technischen Stabilisierung (…) im Rahmen des täglichen Instandhaltungsgeschäfts erarbeitet, erprobt und umgesetzt“. Dabei soll auch auf externe Experten gesetzt werden.

Laut dem CDU-Verkehrsexperten Kraft gibt es allerdings auch das Problem, dass zu wenig Züge für die wachsende Zahl von Fahrgästen unterwegs sind. Laut der Senatsverkehrsverwaltung könnte sich zwischen Bornholmer Straße und Pankow die Zahl der Fahrgäste bis 2035 um bis zu 50 Prozent erhöhen. Kraft weist in diesem Zusammenhang auch auf die geplanten Neubausiedlungen in Buch, Karow und Blankenfelde hin, die auch mit der S2 an die Berliner Innenstadt angeschlossen werden sollen und den Druck auf die Linie zusätzlich erhöhen dürften.

jst/BM