Wer in Berlin mit U- und S-Bahn unterwegs und auf einen Aufzug angewiesen ist, dem kann es regelmäßig passieren, dass er vor einem defekten Fahrstuhl steht. Denn wie aus der Antwort auf eine aktuelle parlamentarische Anfrage der Grünen hervorgeht, gibt es im Jahr insgesamt Zehntausende Störungen. Der mit Abstand größte Teil entfällt demnach auf die S-Bahn: Zwischen dem 1. Juli 2024 und dem 30. Juni wurden an Berliner S-Bahnhöfen 28.105 Aufzugstörungen gemeldet, heißt es. Im gleichen Zeitraum haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im Bereich der U-Bahn insgesamt 1820 Aufzugstörungen registriert. Laut BVG entspricht die Zahl etwa dem Niveau des Vorjahres.

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Wie lange es dauert, bis ein Aufzug wieder in Betrieb ist, ist laut Bahn und BVG unterschiedlich. Die BVG spricht von einem Durchschnittswert von 7,2 Stunden für die Störungsbeseitigung. Bei der S-Bahn seien die Aufzuganlagen in sieben Prozent der Störungen selbstständig wieder angelaufen, in den anderen Fällen hängt die Dauer bis zur Behebung unter anderem von der Lage des Bahnhofs ab. „In der Fläche muss ein Techniker des Dienstleisters spätestens vier Stunden nach Meldungseingang an der Anlage sein. In Ballungsräumen hat der Dienstleister dafür zwei Stunden Zeit“, erklärt die Deutsche Bahn. Danach habe der Techniker vier Stunden Zeit, um den Fahrstuhl wieder in Betrieb zu setzen.

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S-Bahn: Instandsetzung soll in vier Tagen erfolgen, doch das klappt nicht immer

Bleibt die Reparatur in den vier Stunden erfolglos, „wird aus der Entstörung eine Instandsetzung“, so die Bahn weiter. „Da diese unterschiedlich umfangreich sein kann, gibt es für die Instandsetzung eine Sollvorgabe von vier Tagen.“ Dass die Vorgabe eingehalten werden kann, ist jedoch nicht sicher. Gerade bei größeren Defekten sei man auf Zulieferungen anderer Unternehmen angewiesen, wobei es jedoch – wie bei vielen industriellen Gütern – aktuell Lieferschwierigkeiten geben könne. „Bei besonderen Wetterereignissen oder einer hohen Anzahl von Vandalismusfällen können die Servicelevel nicht immer eingehalten werden.“

Absehbar ist zudem: Noch bis in die 2030er-Jahre hinein wird es in Berlin Bahnhöfe geben, die nicht barrierefrei sind. Laut Berliner S-Bahn gibt es zurzeit fünf Stationen ohne Rampen oder Aufzug, sieben weitere verfügen zumindest über Rampen. Laut Bahn soll als Nächstes der S-Bahnhof Hirschgarten ab Sommer 2027 über neue Treppen, Rampen sowie einen Fußgängertunnel inklusive Aufzug erreichbar sein.

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Der barrierefreie Ausbau am S-Bahnhof Marienfelde ist jedoch erst ab 2033 vorgesehen, zuletzt war von 2029 die Rede. Auch die Modernisierung, einschließlich des barrierefreien Ausbaus vom S-Bahnhof Nöldnerplatz, ist für 2033 geplant. Ein konkreter Zeitplan für den Einbau eines Aufzugs an der Yorckstraße befindet sich derzeit in Abstimmung zwischen der Bahn und dem Land Berlin, heißt es. Für den fünften, bislang nicht barrierefreien Bahnhof Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik ist der Antwort zufolge eine Verschiebung der Station geplant.

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Bei der BVG befinden sich zurzeit elf Aufzüge im Bau, unter anderem an den Stationen Kaiserdamm, Altstadt Spandau, Gneisenaustraße und Seestraße. Die Weinmeisterstraße soll noch im Sommer fertig werden, die Residenzstraße bis Dezember. Bis zum Jahresende sollen dann 144 von 175 U-Bahnhöfen über Fahrstühle verfügen. Ein Datum, bis wann sämtliche U-Bahnhöfe barrierefrei zugänglich sein werden, nennt die BVG nicht. Nach den aktuellen Planungen, heißt es, sollen im Jahr 2032 94 Prozent der U-Bahnhöfe über Aufzüge verfügen. Etwa zehn Stationen werden also auch dann noch fehlen.