Mit einem symbolischen Spatenstich haben am Freitag die Bauarbeiten für mehr Barrierefreiheit am S-Bahnhof Hirschgarten begonnen. Allerdings gab es keinen echten Spaten, sondern nur einen roten Knopf, der den Baubeginn auslöste.
Gedrückt wurde er von Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU), dem Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn in Berlin, Alexander Kaczmarek, einem Vertreter des Bundesverkehrsministeriums sowie Vertreterinnen und Vertretern des Bezirks Treptow-Köpenick und der Bahn.
Der S-Bahnhof Hirschgarten, der von der S3 angefahren wird, gehört zu wenigen verbliebenen Bahnhöfen in Berlin, die bislang über keinen Fahrstuhl verfügen. Das soll sich nun ändern. Allgemein soll der Bahnhof „komfortabler“, „heller“ und „leiser“ werden, fasst es die Bahn zusammen.
Barrierefreie Zugänge aus Norden und Süden
Konkret wird ein rund 33 Meter langer Fußgängertunnel von der Straße Am Wiesenrain sowie ein Fahrstuhl für einen barrierefreien Zugang sorgen. Der vorhandene Fußgängertunnel soll im Anschluss abgerissen werden.

Zum neuen Fußgängertunnel sind Zugänge sowohl von Norden als auch von Süden über Treppen und Rampen vorgesehen. Außerdem sind eine moderne Beleuchtung auf dem Bahnsteig und eine Erneuerung des Bahnsteigbelags inklusive eines taktilen, für den Tastsinn ausgerichteten, Leitsystems für Sehbehinderte geplant. Dazu kommen Fahrradabstellplätze auf beiden Bahnhofsseiten und südlich der Gleise eine Schallschutzwand.
Das sind die Einschränkungen im Bahnverkehr bis 2026
Mindestens zwei Jahre bis Ende 2026 soll der Umbau dauern. In dieser Zeit müssen Bahnfahrende mit Einschränkungen rechnen. Zunächst wird der S-Bahnhof Hirschgarten zu Beginn des nächsten Jahres für drei Monate komplett gesperrt. Vom 5.1.2025 bis zum 31.3.2025 fahren die Züge ohne Halt in Hirschgarten durch. Ebenso vom 4.8.2025 bis zum 6.9.2025.
Außerdem wird die Strecke zwischen den S-Bahnhöfen Wulheide und Friedrichshagen in vier Phasen für jeweils zwei Tage gesperrt. In diesem Abschnitt wird für die Zeit ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Für die Fahrgäste sei das ärgerlich, räumte Alexander Kaczmarek von der Bahn ein, „aber wir sorgen für mehr Qualität – die Fahrgäste bekommen danach eine zeitgemäße und barrierefreie Anlage.“
Verkehrssenatorin Bonde betonte die Wichtigkeit der Barrierefreiheit. „Wir schaffen damit soziale Teilhabe“, erklärte sie. Die Unbequemlichkeiten der Bauphase würden sich daher lohnen. Die Kosten für den Umbau belaufen sich auf etwa 23 Millionen Euro, wovon der Bund mit 15 Millionen Euro den größten Anteil trägt. Der Rest wird vom Land Berlin und der Deutschen Bahn finanziert. Zunächst war der Konzern von Kosten in Höhe von knapp 17 Millionen Euro ausgegangen.



