Wenn ich nur wenig Zeit habe und trotzdem eine Runde mit dem Rennrad fahren möchte, dann ist die Strecke in der Regel klar: Es geht zum S-Bahnhof Grunewald, über den Königs- und Kronprinzessinnenweg in Richtung Süden und über die Havelchaussee wieder zurück. Gut 20 Kilometer ist die Runde lang, mit Hin- und Rückfahrt komme ich auf eine Trainingszeit von etwas mehr als anderthalb Stunden. Das Problem: Der Kronprinzessinnenweg ist durch Bauarbeiten der Berliner Wasserbetriebe (BWB) seit Oktober 2023 nur noch eingeschränkt nutzbar. Aber ein Ende dieser Bauarbeiten ist jetzt in Sicht.

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Und, oh Wunder, es geht sogar schneller als ursprünglich angekündigt. Denn eigentlich sollten die Bauarbeiten bis Ende August dauern, die Berliner Wasserbetriebe sprechen sogar davon, dass bei ihnen mit Arbeiten bis 2026 kalkuliert wurde. Stattdessen soll nun an diesem Freitag alles fertig werden. „Ab Samstagmorgen wird der auf mehr als 3,2 Kilometern Länge zwischen Havelchaussee und Hüttenweg komplett erneuerte Kronprinzessinnenweg wieder freigegeben“, bestätigt BWB-Sprecher Stephan Natz. Dass es schneller ging, lag demnach an zusätzlich eingesetztem Personal bei Wasserbetrieben, der Baufirma und automatisierten Bauabläufen.
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Kronprinzessinnenweg im Grunewald ist bei vielen Sportlern beliebt
Für Rennradfahrer, Skater, Jogger, aber auch Pendler sind das gute Nachrichten. Denn nicht nur ich nutze die Strecke fast wöchentlich für Trainingsfahrten. Auch bei vielen anderen Sportlern sind der Kronprinzessinnenweg und der anschließende Königsweg beliebt, als Verbindung zwischen Wannsee und dem S-Bahnhof Grunewald, auf der man einige Kilometer lang ganze ohne Ampeln und weitestgehend autofrei radeln kann. In Berlin gibt es nur wenige vergleichbare Wege, zumal die Temperaturen dort im Sommer dank schattenspendender Bäume erträglicher sind als auf vielen anderen Trainingsstrecken.
Zuletzt wurde die Freude aber etwas getrübt. Unter der Woche war ein längerer Abschnitt des Wegs zwischen 7 und 18 Uhr für die Bauarbeiten gesperrt. Und außerhalb dieser Zeit war der Weg zwar nutzbar, allerdings auf geringerer Breite und mit einem Asphalt, der teilweise wenig Rennrad-tauglich war. Gerade mit Gegenverkehr konnte es so schon mal etwas eng werden.
Kronprinzessinnenweg in Berlin: Sportler erwartet neuer, glatter Asphalt
Doch auch das soll jetzt ein Ende haben: „Es wird eine einheitlich glatte, sechs Meter breite Asphaltdecke geben, der Bezirk beteiligt sich daran in einem kleinen Umfang finanziell“, kündigt der Sprecher der Wasserbetriebe an. Ihm zufolge wird insgesamt mit rund zehn Millionen Euro an Kosten in der Schlussabrechnung kalkuliert, wobei der neue Asphalt dabei nur eine geringere Rolle spielt. Vor allem wurde eine wichtige Trinkwasserleitung auf rund fünf Kilometern Länge ausgewechselt. Die Alte stammte aus dem Jahr 1904 und hatte damit das Ende ihrer Lebenszeit erreicht.
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Feststeht für mich: Nach dem Ende der Bauarbeiten und der aktuellen Komplettsperrung zwischen Hüttenweg und Havelchaussee wird es nicht lange dauern, bis ich zur ersten Testfahrt auf der erneuerten Strecke starte. Denn noch bis Sonntag gibt es eine besondere Motivation: Jeder Kilometer auf dem Rad bringt 20 Cent an Spenden für die Klinik für Angeborene Herzfehler am Deutschen Herzzentrum der Charité. Hintergrund ist die PSD HerzFahrt, deren großes Finale am 13. Jui auf dem Tempelhofer Feld stattfindet. Schon in den Tagen vorher können aber über eine App Fahrten aufgezeichnet werden.
Ich habe mir vorgenommen, noch einige Kilometer beizusteuern. Der fertige Kronprinzessinnenweg kommt damit gerade rechtzeitig. Wie er sich in der Praxis bewährt, werden Sie sicherlich bald in dieser Kolumne lesen können. Oder Sie probieren es am Wochenende selbst aus – und sammeln bei der Fahrt gleich noch Spenden für junge Herzpatienten.






