- Über Berlin sind am Donnerstag neue Unwetter hinweggerollt
- Im Norden bleiben Streckenabschnitte im ÖPNV zum Betriebsbeginn am Freitag weiter gesperrt.
- Im Tegeler Forst wurden Tausende Bäume entwurzelt
- Drei Menschen wurden durch umgestürzte Bäume schwer verletzt
Das Wetter in der Hauptstadt hatte am Donnerstag schon das zweite Mal in dieser Woche für große Schäden gesorgt. Nach dem heftigen Sturm in Berlin und im Umland meldete die Feuerwehr 750 wetterbedingte Einsätze. Die durch Sturmböen entstandenen Schäden würden am Freitag weiterhin abgearbeitet. Der Tegeler Forst bleibt wegen umgestürzter Bäume bis auf Weiteres gesperrt.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob am späten Donnerstagabend die letzten Warnungen vor schweren Gewittern wieder auf. Für Freitag wurden zunächst keine weiteren Unwetter vorhergesagt. Zuvor waren schwere Unwetter mit Orkanböen über Berlin gezogen. Die Unwetterfront traf wohl zunächst den Westen und Norden Berlins, etwa Spandau und Reinickendorf. Auf Bildern und Videos, unter anderem in den sozialen Medien, sind umgestürzte Bäume zu sehen. Zum Teil sind sie auf Fahrzeuge gestürzt.

Zunächst waren zwei Schwerverletzte infolge des Unwetters gemeldet. Im Laufe des Abends berichtete die Feuerwehr von einem weiteren Menschen. Zwei Personen wurden in Heiligensee verletzt. Einer war laut Feuerwehrsprecher zu Fuß unterwegs. Er wurde von einem umstürzenden Baum getroffen und fiel in einen Graben. Der andere saß in einem Auto, das unter einem umgestürzten Baum begraben wurde. Eine dritte Person wurde am Gendarmenmarkt verletzt.

Nach Angaben der Berliner Feuerwehr gab es am Donnerstag auch aufgrund des massiven Unwetters insgesamt 2505 Einsätze, die Einsätze umfassen die Bereiche Rettungsdienst, Brandbekämpfung und Technische Hilfeleistung. „Es ist unfassbar, was die Kolleginnen und Kollegen der Berliner Feuerwehr im Verbund mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren und der Hilfsorganisationen gestern wieder für ein Programm abgespult haben“, sagte Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP).
„Es war nach Montag der zweite Tag allein in dieser Woche, der unwetterbedingt neben den alltäglichen Herausforderungen alles abverlangt hat. Wir sind unglaublich froh derart tolle Menschen um uns herum zu haben, weil sie alles dafür geben, um die Auswirkungen des Unwetters für die Bevölkerung in der Hauptstadt einzudämmen und Menschenleben zu retten“, so Jendro.
S-Bahn-Verkehr läuft seit Donnerstagabend auf den meisten Linien
Zwischenzeitlich hatte die S-Bahn Berlin den Verkehr im gesamten Stadtgebiet eingestellt – so wie auch schon am Montag. Es seien Äste und Bäume auf die Gleise gestürzt. Deswegen habe man sich dazu entschieden, den Betrieb vorübergehend auf allen Linien einzustellen. Die Züge, die bereits unterwegs waren, warteten das Unwetter am nächsten Bahnhof ab. Die Aufräumarbeiten liefen auf Hochtouren, sagte der Sprecher. Am Abend nahmen erste S-Bahnlinien wieder den Betrieb auf. Hier können Sie nachlesen, welche S-Bahn-Linien auch am Freitagmorgen noch von Einschränkungen betroffen sind.

Tegeler Forst bleibt bis auf Weiteres gesperrt
Nach Angaben der Landesregierung wurden im Tegeler Forst im Nordwesten Berlins Tausende Bäume entwurzelt oder umgeknickt. Zudem seien zahlreiche Kronen und Äste abgebrochen. Straßen und Wege entlang und innerhalb des Waldes seien durch umgestürzte Bäume versperrt.

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Der Wald wurde bis auf Weiteres gesperrt. Es besteht Lebensgefahr, erklärte der Senat. Eine genaue Einschätzung der Lage sei noch nicht möglich, Forstarbeiter hätten aber noch am Abend mit ersten Sicherungsarbeiten begonnen. Die Aufräumarbeiten dürften demnach Wochen dauern.
Feuerwehr in Berlin im Dauereinsatz
Die Feuerwehr war in der Hauptstadt erneut im Dauereinsatz. Binnen kurzer Zeit wurden 580 Einsätze registriert, wie ein Feuerwehrsprecher gegen 20.30 Uhr sagte. Die Hilfe der Feuerwehrleute war im gesamten Stadtgebiet wegen umgestürzter Bäume oder abgebrochener Äste gefragt. Besonders viele Einsätze gab es jedoch in Nord-Spandau, Heiligensee und Tegel, wie der Sprecher sagte. Teils seien Boote auf Gewässern umgekippt und Menschen hätten gerettet werden müssen.

In Konradshöhe im äußersten Nordwesten der Stadt waren fortwährend Sirenen von Feuerwehrfahrzeugen zu hören. Überall lagen riesige Äste auf den Straßen, wie ein dpa-Reporter berichtete. Ein Dachfenster sei durch den Sturm abgerissen worden. In der Müllerstraße in Berlin-Wedding entwurzelte der Wind einen Baum. Drei Autos wurden von dem hinunterstürzenden Baum beschädigt.

Unwetter: In Potsdam wird ein Mensch verletzt
In Potsdam ist ein Mensch lebensbedrohlich verletzt worden. Die Person sei zusammen mit einer weiteren Person im Neuen Garten von einer herabstürzenden Baumkrone getroffen worden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Die zweite Person erlitt schwere Verletzungen. Nähere Angaben machte die Feuerwehr nicht.
Am Hauptstadtflughafen BER kam es hingegen zu keinen Beeinträchtigungen, wie eine Sprecherin sagte: „Es gab keine Einstellung der Abfertigung.“ Am Flughafen schien demnach wohl die Sonne.

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Wetter in Berlin heute & morgen: Die Vorhersage des DWD im Detail
Freitag, 27. Juni: Am Freitag wechselnd bis stark bewölkt, zeitweise etwas Regen. Am Abend Auflockerungen und niederschlagsfrei. Höchstwerte zwischen 21 und 24 Grad. Mäßiger bis frischer Wind, von Südwest bis West weiter auf Nordwest drehend. Dabei Windböen. Am Abend Windabnahme. In der Nacht zum Samstag wolkig bis gering bewölkt, niederschlagsfrei. Abkühlung auf 14 bis 11 Grad. Schwacher Wind, von Nordwest auf Südwest drehend.
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Samstag, 28. Juni: Am Samstag wolkig, regional heiter. Im Nordosten Brandenburgs geringe Regenneigung, sonst trocken. Erwärmung auf 25 bis 30 Grad. Mäßiger Südwest- bis Westwind. In der Nacht Sonntag wolkig, niederschlagsfrei. Abkühlung auf 19 bis 16 Grad. Schwacher Wind aus westlichen Richtungen.
Sonntag, 29. Juni: Wechsel von Sonne und Wolken, meist trocken. Höchstwerte zwischen 27 und 31 Grad. Mäßiger West- bis Nordwestwind. In der Nacht zum Montag wolkig bis gering bewölkt, niederschlagsfrei. Tiefstwerte zwischen 17 und 14 Grad. Schwachwindig.
lth/dpa






