Der mutmaßliche Cyber-Angriff auf die Berliner Feuerwehr am 2. Juni ist offenbar doch nicht auf einen Einbruch in einen gesicherten Serverraum an der Feuerwache Mitte an der Voltairestraße zurückzuführen. „Es gab keinerlei Einbruchspuren und wir können ausschließen, dass jemand gewaltsam eingedrungen ist“, sagte Vize-Feuerwehrchef Per Kleist am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Der Alarm könne auch auf einen technischen Defekt zurückzuführen sein.

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Zunächst hieß es, dass sich Personen unbefugt Zutritt zu dem Raum verschafft und es dort auf sensible Daten abgesehen hätten. Auch das wurde nun revidiert. Laut Innensenatorin Iris Spranger sei ein Teilsystem des Telefonnetzes betroffen gewesen, das vom IT-Netz der Feuerwehr getrennt läuft. „Es gab keinen Zugriff auf die IT-Technik und keinen Datenabfluss“, so die SPD-Politikerin weiter.

Verfassungsschutzbericht Berlin
Berlins Innensenatorin Iris Spranger© Sebastian Christoph Gollnow/dpa | Sebastian Gollnow

Möglicherweise autorisierte Person für Vorfall verantwortlich

Der Zugriff soll am 2. Juni um 9.30 Uhr erfolgt sein. Zu diesem Zeitpunkt habe sich niemand in dem Raum aufgehalten, sagte Kleist. Aber: „Der Zugriff konnte erfolgen, weil Personen in diesem Raum waren.“ Es sei möglich, dass eine autorisierte Person, die vorher dort war, für den Vorfall verantwortlich ist.

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Man nehme den Vorfall dennoch sehr ernst, sagte die Senatorin. Das Landeskriminalamt ermittle noch in dem Fall. Das betroffene Gerät sei ersetzt worden und werde untersucht. „Wir nehmen den Vorfall zum Anlass, die laufende IT-Sicherheit zu testen.“ Denn insgesamt hätten Angriffe auf IT- und Telefonnetze zugenommen.

Die Berliner Feuerwehr stand in der Vergangenheit wiederholt wegen veralteter IT-Infrastruktur und organisatorischer Überbelastung in der Kritik.