Gute Nachrichten für die Techno-Szene in Berlin: Nur wenige Stunden, nachdem Teile der „Wilden Renate“ in Flammen standen, soll wieder in dem Techno-Club gefeiert werden. „Wir machen schon heute Abend wieder auf“, sagte Robert Kreissel, Geschäftsführer der Renate, der Berliner Morgenpost am Donnerstagnachmittag. Das Kassenhäuschen sei abgebrannt sowie der Zaun und ein Fotoautomat vor dem Gebäude. Das Innere sei allerdings nicht vom Brand betroffen gewesen. Auch habe der Brand keine Auswirkungen auf Statik gehabt. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, sagte Kreissel.

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Am Abend findet das Event „Syntop x saHHara“ in dem Club statt. Unter anderem sollen die DJs Rill Marsch und Paul Huck auftreten. Dazu seien gerade alle Beschäftigten am Arbeiten. Bereits am Vormittag waren Mitarbeiter zu sehen, die Bauzäune mit Sichtschutz aufstellten. Doch wie kommen die Menschen in den Club, nachdem das Kassenhäuschen abgebrannt ist? „Wir improvisieren einfach mit der Kasse“, sagte Kreissel. Der Eingang soll am Donnerstagabend anstatt auf der Straße Alt-Stralau nun am Markgrafendamm sein – dort wo der Club während der Corona-Zeit seine Teststation hatte.

Um kurz nach 2 Uhr am Donnerstag ist im Vorgarten des Clubs, dem „Renate Garten“ in Berlin-Friedrichshain, ein Brand ausgebrochen. Ein Morgenpost-Reporter hat den voll in Flammen stehenden Vorgarten des Techno-Clubs in der Straße Alt-Stralau 70 in einem Video festgehalten:

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Die Feuerwehr und Polizei kam mit einem Großaufgebot, um das Feuer zu löschen. 28 Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr waren vor Ort. Nach Angaben der Einsatzleitung wurden die Einsatzkräfte um 2.14 Uhr alarmiert.

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Man habe rund 100 Quadratmeter Holzzaun löschen müssen, hieß es weiter. Das Feuer war kurz nach der Alarmierung bereits unter Kontrolle und nach etwa einer Stunde vollständig gelöscht. Gebrannt hatte größtenteils der umzäunte Vorplatz, der durch die Club-Betreiber vor allem als Biergarten genutzt wird. Verletzt wurde niemand.

Feuer in der „Wilden Renate“ in Friedrichshain: Gebäude wohl nicht betroffen

Flammen waren jedoch auch auf den Eingangsbereich übergesprungen. Um dorthin zu gelangen, verschafften sich Einsatzkräfte mit einer Motorsäge Zutritt, wie unser Reporter beobachtete. Die Feuerwehr konnte verhindern, dass das Feuer auf die umstehenden Gebäude übersprang.

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So sah es vor dem Brand im Biergarten der „Wilden Renate“ in Berlin aus. © picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Dorothee Thiesing

Ein Baum brannte inmitten des Hofs. Ob er abgeholzt werden muss, müsse das Grünflächenamt entscheiden, so die Einsatzleitung weiter. Die Feuerwehr setzte zudem eine Hebebühne ein, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Die Flammen wurden relativ schnell gelöscht. Die Feuerwehr verschaffte sich einen Überblick.
Die Flammen wurden relativ schnell gelöscht. Die Feuerwehr verschaffte sich einen Überblick.© Julian Würzer | Julian Würzer

Am frühen Morgen war das Ausmaß des Brands zu sehen. Der Eingangsbereich des Clubs, ein kleines Holzhäuschen, ist nahezu vollständig abgebrannt. Am Gebäude dahinter hat sich Ruß in die Fassade gefressen. Der Zaun ist auf einer Seite vollständig abgebrannt, um einen Brunnen herum liegen die verkohlten Überreste. Der Club und der größte Teil des Gartens sind allerdings auf den ersten Blick nicht betroffen. Die Polizei hat den Bereich inzwischen mit einem Flatterband abgesperrt, darauf steht: „Halt, Polizei. Tatort nicht betreten.“

Brand in der „Wilden Renate“: Feuerwehr findet Gasflasche

Aus dem Gartenbereich wurde mindestens eine Gasflasche geborgen. Bevor das Feuer ausbrach, waren zwei kleine Knalle zu hören, als ob Glasflaschen zersprungen sind. Ob das etwas mit dem Brand zu tun hat, ist aber noch unklar. Nach Angaben einer Polizeisprecherin ermittelt das Brandkommissariat des Landeskriminalamts. Zur Ursache des Brands lägen derzeit noch keine Erkenntnisse vor. Allerdings könne bislang auch kein Fremdverschulden ausgeschlossen werden, so die Polizeisprecherin weiter.

Eine Party fand zum Zeitpunkt des Brands nicht statt. Mindestens ein Mann hielt sich zum Zeitpunkt im Inneren des Gebäudes auf, als das Feuer ausbrach. Seinen Namen wollte er nicht nennen, er sagte aber, dass er in seinem Studio war, das sich über dem Club befindet.

Feuer im Club "Zur wilden Renate" in Berlin
Feuer im Club „Zur wilden Renate“ in Berlin-Friedrichshain: Die Feuerwehr war in der Nacht mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Rauchschwaden hingen noch über dem Vorgarten des Musikclubs.© Berliner Morgenpost | Julian Würzer

Er habe laut Musik gehört, als er draußen Funken aufsteigen sah. „Ich habe mich gewundert, was das sein soll“, so der Mann. Dann habe er nach unten geschaut und die Flammen im Vorgarten des Clubs gesehen. Daraufhin habe er die Feuerwehr verständigt, aber zu dem Zeitpunkt schon Sirenen gehört. „Dann bin ich halt runtergelaufen.“

Ohne Außenbereich keine Zukunft für den Nachtclub

Der Club hatte im vergangenen Jahr mitgeteilt, seinen Betrieb Ende 2025 einzustellen. Der Mietvertrag mit dem Grundstückseigentümer wird nicht verlängert, lautete die Begründung in der Mitteilung. Der Nachtclub befindet sich seit vielen Jahren in einem alten Mietshaus. Wenige Tage später versuchten die Clubnmacher zurückzurudern. Man hoffe, mit dem Vermieter in weitere Verhandlungen zu kommen, hieß es.

Bei den Absprachen zur Zukunft des Clubs ging es unter anderem um den jetzt vom Brand betroffenen „Renate Garten“. Seitens der Veranstalter hieß es im vergangenen Jahr, ohne diese Fläche sei der Clubbetrieb in seiner jetzigen Form nicht mehr möglich. Gebraucht werde das Areal etwa, weil es der einzige Raucherbereich sei, zudem laufe darüber die Belieferung des Clubs.

Aus dem Umfeld des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg war am Donnerstag zu erfahren, dass am 12. Juni Bauantrag für just jenes Gelände, Alt Stralau 70 gestellt wurde. Geplant ist dort ein Neubau für gewerbliches Wohnen, Gastronomie sowie eine Tiefgarage.

Vermieter des Geländes ist die Tetras Grundbesitz GmbH. Deren Geschäftsführer ist Gijora Padovicz. Er steht einer verzweigten Unternehmensgruppe vor, deren Methoden in der Kritik sind. In der Berliner medialen Berichterstattung geht es um Klagen, hilflose Mieter, Flüchtlinge, die für Wohnungen überhöhte Beträgen zahlen, und heruntergekommene Immobilien.

Robert Kreissel sagte dazu, dass es bislang zwar Unterstützung zum Erhalt des Clubs gebe, aber noch kein Angebot oder ein Kompromiss mit dem Vermieter, und damit auch keine Perspektive. Die Maximalforderung sei noch immer an dem jetzigen Standort weiterzumachen, mit den dortigen Gegebenheiten, so Kreissel. Daher sei auch die schnelle Wiedereröffnung als ein Zeichen zu verstehen, dass der Club eben dort bleiben will.

Eine Sprecherin des Clubs unterstrich im August 2024 in einem Gespräch mit der Zeitschrift „Groove“, dass der Club durchaus eine Zukunft haben könnte. Die aktuellen Pläne der Verlängerung der Autobahn 100 von Treptow-Köpenick nach Pankow gefährdeten das Fortbestehen des Betriebs nicht: „Wegen des geplanten 17. Bauabschnitts hätten wir nicht schließen müssen. Die A100 hätte genau an uns vorbeigeführt“, so die Sprecherin.

Brand beeinträchtigte den Stadtverkehr

Der Brand hat auch eine Ampelanlage getroffen. Die Ampeln an der Ecke Markgrafendamm/Stralauer Allee fiel am Morgen aus. Die Polizei regelt derzeit den Verkehr an dem Nadelöhr von Friedrichshain nach Treptow-Köpenick und Neukölln, während die Ampeln ausgetauscht werden.

Die Mitarbeiter der Wilden Renate haben derweil mit Aufräumarbeiten begonnen. Sie stellen Bauzäune mit Sichtschutz auf, wo noch bis in die Nacht der Holzzaun stand.