In der vergangenen Woche kündigte der Friedrichshain-Kreuzberger Club „Wilde Renate“ an, im kommenden Jahr schließen zu müssen. Schuld sei Immobilienunternehmer Gijora Padovicz. Jetzt zeigen sich die Betreiber auffällig zurückhaltend. Gegenüber unserer Redaktion sagte Sprecherin Jessica Schmidt: „Wir hoffen, mit unserem Vermieter in weitere Verhandlungen zu kommen.“ Indes wurde Padovicz auf dem Instagram-Account „berlinclubmemes“ in den Kommentaren mehrfach antisemitisch beleidigt.
Am Mittwoch vergangener Woche erklärten die Clubmacher in einer Pressemitteilung, der Betrieb der „Wilden Renate“ „muss Ende 2025 am aktuellen Standort eingestellt werden. Grund dafür ist das Auslaufen des Mietvertrags mit dem berüchtigten Immobilieninvestor Gijora Padovicz“. Trotz intensiver Bemühungen, eine Verlängerung des Vertrags oder alternative Lösungen zu finden, müsse man sich „der Tatsache stellen, dass die Renate nach diesem Zeitpunkt nicht mehr in ihrer derzeitigen Form bestehen kann“.
Berlin-Friedrichshain: „Wilde Renate“ im Konflikt mit Vermieter
Vermieter des Areals an der Straße Alt Stralau 70 ist die Tetras Grundbesitz GmbH, deren Geschäftsführer Padovicz ist. Er steht einer verzweigten Unternehmensgruppe vor, deren Methoden in der Kritik sind. In der medialen Berichterstattung geht es um Klagen, hilflose Mieter, Flüchtlinge, die für Wohnungen überhöhte Beträgen zahlen, und heruntergekommene Immobilien, in denen Warmwasser nicht fließt und im Winter nicht ausreichend geheizt ist.
Der rbb widmete den Vorgängen eine TV-Dokumentation, der Blog Padowatch listet akribisch Fälle und Details auf. Ein Anwalt für Tetras und Padovicz teilte inzwischen mit, man werde wegen der Pressemitteilung juristisch gegen die Clubbetreiber vorgehen. Die Tetras wolle zudem den Mietvertrag nicht zum Ende 2025 auslaufen lassen. Club-Sprecherin Schmidt erklärte, um zukünftige Verhandlungen nicht zu gefährden, habe man beschlossen, „vorerst keine weiteren Pressemitteilungen zu diesem Thema zu veröffentlichen“.
Knackpunkt ist die Nutzung des Gartenbereichs
In der Auseinandersetzung geht es unter anderem um die zukünftige Nutzung des zum Clubgebäude gehörenden Gartenbereichs. Ohne diesen sei der Clubbetrieb in der jetzigen Form nicht möglich, so Schmidt. Darüber laufe die Belieferung, zudem sei das Außenareal der einzige Raucherbereich des Clubs. „Wir wünschen uns, den Vertrag verlängern zu dürfen. Unter den jetzigen Konditionen“, sagte Schmidt.
Auf dem Instagram-Account „berlinclubmemes“, wo es bei 272.000 Followern unter anderem um die hauptstädtische Clubszene geht, kommt es seit Veröffentlichung der Pressemitteilung zu antisemitischen Attacken gegen Padovicz, der Jude und israelischer sowie deutscher Staatsbürger ist. Zudem sind dort Gewaltaufrufe zu lesen.
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