In der Berliner Koalition wird damit gerechnet, dass der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) womöglich schon am Montag die Nachfolge des am Freitag als Kultursenator zurückgetretenen Joe Chialo regelt. Senatssprecherin Christine Richter kündigte am Wochenende an, es werde „zeitnah“ eine Lösung geben. Dem Vernehmen nach hat Wegner bereits in der SPD vorgefühlt, ob es Einwände gebe, wenn er die bisherige Kulturstaatssekretärin Sarah Wedl-Wilson zur Senatorin machen würde.

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In informierten Kulturkreisen wird die Beförderung der früheren Rektorin der Hochschule für Musik Hanns Eisler als naheliegendste Option angesehen. Andere Namen, die für den Rest der Legislaturperiode bis zur Wahl im Herbst nächsten Jahres das Amt übernehmen könnten und bereit wären, die massiven Sparvorgaben zu exekutieren, sind bisher nicht im Gespräch.

Kai Wegner möchte das Kulturressort eigentlich nicht selbst übernehmen

Der Posten dürfte nicht sonderlich attraktiv sein, sollte Wegner nicht doch noch dafür sorgen, dass die Sparvorgaben für die Kultur abgemindert werden. Zuletzt war der Kulturetat bei den Ausgabenkürzungen der Koalition überproportional stark herangezogen worden.

Gefordert wird unter anderem vom Berliner Kulturrat, dass Wegner selbst das Ressort führen sollte, wie es der Sozialdemokrat Klaus Wowereit zwischen 2006 und 2014 das getan hatte. Wegner selbst hatte das gegenüber der Morgenpost jedoch abgelehnt. Die Kultur sei ein so wichtiges Ressort, das einen eigenen Senator oder eine Senatorin verdiene.

Britin als Senatorin? Das Thema sei „nicht so einfach“, heißt es in der Koalition

Manche sehen es jedoch als Problem an, dass Wedl-Wilson keine deutsche Staatsbürgerin ist. Sie ist gebürtige Britin, hat auch einen österreichischen Pass. Der Tagesspiegel zitiert einen Verfassungsrechtler, wonach das Senatorengesetz eine Nicht-Deutsche in der Landesregierung nicht zulasse. Aus der Senatskanzlei war zu dieser Einschätzung am Sonntag keine Reaktion zu bekommen. In Kreisen der Koalition hieß es am Sonntag, die Situation sei „nicht so einfach“. Womöglich müsste die Koalition das Senatorengesetz ändern.

Verwiesen wird auf einen Präzedenzfall in Schleswig-Holstein. Dort machte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) 2022 den Unternehmer Claus Ruhe Madsen zum Wirtschaftsminister, obwohl er Däne war. Inzwischen hat der frühere Oberbürgermeister von Rostock aber auch einen deutschen Pass.