Berlins Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe sorgt mit einer Attacke auf Tesla für Wirbel: Die SPD-Politikerin hat auf X geschrieben: „Wer will auch ein Nazi-Auto fahren? Hersteller von E-Autos erleben Absatzhoch – abgesehen von Tesla“.

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Dafür erntete sie prompt Kritik von Brandenburgs Wirtschaftsminister und Parteigenosse Daniel Keller, in dessen Bundesland die einzige Tesla-Fabrik Europas steht. „Ein solcher Nazi-Vergleich verletzt die Menschen, die dort arbeiten und ist für eine Arbeitssenatorin völlig unangebracht.“ Er forderte sie auf, die Äußerung zurückzunehmen. 

„Mit historischen NS-Vergleichen muss man immer vorsichtig sein. Dafür braucht es das notwendige kommunikative Fingerspitzengefühl“, teilten auch die beiden Berliner SPD-Landesvorsitzenden Nicola Böcker-Giannini und Martin Hikel dazu mit. 

Tesla in Grünheide – mehr zum Thema:

Verbal-Attacke auf Tesla: Cansel Kiziltepe bleibt bei ihrer Meinung

Am Freitagmorgen äußerte sich Kiziltepe zu der Kritik auf X – und verdeutlichte ihren Standpunkt. „Tesla erlebt gerade eine Absatzflaute, weil dem Unternehmen von den Kunden die rechtsextremen Positionen seines Anteilseigners Elon Musk zugeschrieben werden, der rund 13% am Unternehmen hält.“

Sie stellt weiterhin klar, dass sie nicht von ihrer Haltung abrückt. „Ich halte an meinen Einschätzungen zu Elon Musk ausdrücklich fest. Selbstverständlich bedeutet das nicht, dass ich die Mitarbeitenden oder die Kunden Musks für dessen politische Positionen verantwortlich mache.“ Dennoch löschte sie den umstrittenen Post.

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Wir begrüßen die Klarstellung von Senatorin Kiziltepe“, so Hikel und Böcker-Giannini. Der Standort Tesla sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Metropolregion Berlin-Brandenburg. „Die Menschen, die am Standort Grünheide arbeiten und aus vielen verschiedenen Nationen stammen, dürfen nicht für einen vermeintlichen Hitler-Gruß ihres Chefs haften.“ 

Ähnlich äußerte sich Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) auf Instagram: „Man kann über Elon Musk denken, was man will. Und sicherlich auch Positionen, die er vertritt, für sich ablehnen.“ Das ändere aber nichts daran, dass die Giga-Factory für Berlin und Brandenburg ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und ein Treiber von Innovation, Wachstum und Beschäftigung sei. 

FDP-Generalsekretär nennt Kiziltepe verblendet

Der Generalsekretär der Berliner FDP, Peter Langer, wurde noch deutlicher: „Die Äußerungen der Arbeitssenatorin Kiziltepe werfen die Frage auf, wie verblendet man sein kann“, teilte er mit. 

Man müsse Elon Musk nicht mögen, um anzuerkennen, dass er für zehntausende Arbeitsplätze in der Metropolregion Berlin-Brandenburg verantwortlich sei. „Politische Differenzen dürfen nicht dazu führen, tausende Jobs zu gefährden. Das sollte sich auch Senatorin Kiziltepe zu Herzen nehmen – und sich für neue Arbeitsplätze einsetzen, statt gut bezahlte zu vernichten.“

Tesla in Grünheide äußerte sich nicht zu dem Thema. Der Sprecher der Sozialverwaltung sagte der dpa, auch Kiziltepe werde dazu vorerst nicht weiter Stellung nehmen.

Gewinneinbruch bei Tesla

Tesla Q1 results
Elon Musk berät US-Präsident Donald Trump bei der Senkung von Regierungsausgaben. Der Tech-Milliardär hatte aber angekündigt, sich ab Mai weitgehend aus der Rolle zurückzuziehen.© AFP | BRENDAN SMIALOWSKI

Der Elektro-Autobauer hatte das vergangene Quartal nach einem Modellwechsel und Kontroversen um die politische Rolle von Firmenchef Musk mit einem Umsatz- und Gewinnrückgang abgeschlossen. Die Erlöse fielen im Jahresvergleich um neun Prozent auf rund 19,3 Milliarden Dollar. Der Gewinn brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 71 Prozent auf 409 Millionen Dollar ein.

mit dpa