Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Gewerkschaft Verdi ringen weiter um eine Einigung in den seit Januar laufenden Tarifverhandlungen. Am Mittwochnachmittag steht das nächste Treffen an. Der Termin war eigentlich nicht geplant, wurde aber auf Wunsch der Gewerkschaft zusätzlich anberaumt. Die BVG erwartet, bei der Runde spürbar voranzukommen. „Morgen gilt es, an Vereinbarungen Haken zu machen“, sagte die für Personal und Soziales zuständige Vorständin Jenny Zeller-Grothe am Dienstag.

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Wie schon vor dem vergangenen Treffen appelliert die BVG erneut an ein Entgegenkommen von der Gewerkschaft. In ersten Punkten eine Einigung zu erzielen, funktioniere, wenn beide Seiten Kompromisse eingingen, so die Managerin, die sich durchaus zuversichtlich zeigte. „Der Einigungswille ist spürbar. Das ist gut für unsere Mitarbeitenden und natürlich für die Fahrgäste.“
Tarifabschluss mit Verdi wird für die BVG teuer
Der Tarifabschluss ist auch vor der wirtschaftlich angespannten Situation des Unternehmens bedeutend. Wie ein vertraulicher Beteiligungsbericht gezeigt hatte, erwartet die BVG in diesem Jahr ein Minus von 56 Millionen Euro. 2024 lagen die Verluste in ähnlicher Größenordnung. Für die Jahre danach bleibt es eng, das Landesunternehmen plant dann mit Gewinnen im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Dass die in Zukunft höheren Personalkosten eine zusätzliche Belastung darstellen werden, ist bereits klar.
Mit Blick auf ihr aktuell vorliegendes Angebot hatte die BVG Ende Februar erklärt, dass dieses zusätzliche Personalkosten in Höhe von 115 Millionen Euro pro Jahr verursachen werde. Bei einer Vertragslaufzeit von zweieinhalb Jahren sind das in Summe 345 Millionen Euro. Nicht alles wird durch den Verkehrsvertrag mit dem Land Berlin gedeckt. Die BVG kalkuliert eigenen Angaben zufolge bis Ende 2028 mit einem Eigenbetrag in Höhe von 240 Millionen Euro, der selbst erwirtschaftet werden müsste. Damit sieht sich die BVG an der Grenze des Leistbaren.
Die Forderungen von Verdi, die unter anderem 750 Euro mehr pro Monat sowie ein dreizehntes Monatsgehalt als Weihnachtsgeld umfassen, wurde von der BVG von Beginn an als nicht finanzierbar eingestuft. Die Gewerkschaft wiederum hält das Angebot der BVG bislang für nicht ausreichend, weil damit die Inflation der vergangenen Jahre nicht ausgeglichen werde.
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Berliner Verkehrsbetriebe wollen sich effizienter aufstellen
Für die BVG heißen die voraussichtlich steigenden Kosten auch, dass das Unternehmen effizienter werden muss. In den Blick genommen wird zudem ein Abbau von Stellen im Verwaltungsbereich. Stellen, die aufgrund von Fluktuation oder dem Renteneintritt von Mitarbeitern frei werden, sollen demnach nicht immer nachbesetzt werden.
Zahlen des Unternehmens zufolge ist das Personal in den vergangenen Jahren um elf Prozent gewachsen, das Leistungsangebot hat sich aber nur um drei Prozent erhöht. Dabei spielen die reduzierte Arbeitszeit und weitere Entlastungsmaßnahmen für die Mitarbeitenden eine Rolle, dennoch sieht die BVG das Potenzial, produktiver zu werden. Zumal der Fokus aktuell auf die Stabilität im Betrieb gelegt wird, vom Wachstumskurs der Vorjahre ist das Unternehmen abgerückt.
Nach der Verhandlungsrunde am Mittwoch ist für die kommende Woche, am 21. März, ein weiterer Termin eingeplant. Bis dahin läuft auch das Ultimatum von Verdi, was heißt: Wird bis dahin keine Einigung erzielt, droht die Gewerkschaft mit unbefristeten Streiks.





