Das vergangene Wochenende bot alles, was die Berlinerinnen und Berliner lieben: Demonstrationen, ausufernde Partys, warme Sonnenstrahlen – doch jetzt zeigt sich ein weniger schönes Bild. Überquellende Mülleimer, Plastiktüten, die durch die Straßen fliegen, und nicht abgeholter Abfall in den Hinterhöfen. Der Grund: Die Berliner Stadtreinigung (BSR) wird in dieser Woche erneut bestreikt.

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Ab Montag legen zahlreiche BSR-Beschäftigte auf Aufruf der Gewerkschaft Verdi ihre Arbeit nieder. Im Laufe der Woche sind einzelne Bereiche betroffen, an drei Tagen soll die gesamte BSR-Belegschaft streiken. Insbesondere die Straßenreinigung ist betroffen, sodass öffentliche Abfalleimer in der ganzen Stadt nicht geleert werden. Auch die Müllabfuhr wird von Mittwoch bis Freitag stark eingeschränkt: Restmüll-, Bio- und Wertstofftonnen werden nicht geleert.

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Bereits am Donnerstag und Freitag hatte Verdi BSR-Beschäftigte zum Streik aufgerufen. In den bundesweiten Verhandlungen fordert die Gewerkschaft von Bund und Kommunen unter anderem acht Prozent mehr Geld, mindestens aber 350 Euro mehr pro Monat.

BSR-Streik: Hier stört der Müll bereits

Besonders rund um den Alexanderplatz sind die Auswirkungen deutlich sichtbar. Überquellende Mülleimer sind hier zwar keine Seltenheit, doch zusätzlich abgestellte Müllsäcke neben den Mülleimern stehen nicht auf der Tagesordnung. Einige Passanten wirken überrascht und wissen nicht, wohin mit ihrem Abfall.

Am Alexanderplatz stapeln sich die Mülltüten bereits neben den überquellenden Mülleimern.
Am Alexanderplatz stapeln sich die Mülltüten bereits neben den überquellenden Mülleimern.© Berliner Morgenpost | Carl Friedrich

Noch deutlicher zeigt sich das Problem am Boxhagener Platz in Berlin Friedrichshain. In dem kleinen, idyllischen Grünbereich zwischen Wohnhäusern wird die eigentlich entspannende Atmosphäre durch Abfallreste gestört. Zwar stehen an allen Ecken der Wiese Mülleimer, jedoch reichen diese Kapazitäten jetzt nicht mehr aus. Plastikverpackungen, leere Flaschen und auch Essensreste liegen rundum verteilt auf dem Boden.

BSR-Streik: Was wird bestreikt?

  • Straßenreinigung: Bei der Straßenreinigung muss vom 10. bis 14. März mit erheblichen Einschränkungen gerechnet werden, z.B. bei der Leerung von öffentlichen Abfalleimern.
  • Müllabfuhr: Vom 12. bis 14. März werden die Restabfall- und Biotonnen sowie – im BSR-Zuständigkeitsbereich – die Wertstofftonnen nicht geleert. Am 15. März finden keine nachgeholten Leerungen von Tonnen statt.
  • Sperrmüll-Abholservice: Sperrmüllabholungen finden vom 12. bis einschließlich 14. März nicht statt. Die BSR setzt sich mit den betroffenen Kundinnen und Kunden in Verbindung, um Ersatztermine zu vereinbaren.
  • Recyclinghöfe: Vom 12. bis 15. März bleiben alle 14 BSR-Recyclinghöfe geschlos­sen. Eine Annahme von Abfällen ist nicht möglich.
  • Müllheizkraftwerk Ruhleben: Auch das Müllheizkraftwerk ist an diesen Tagen wahrscheinlich ganztägig für Anlieferungen geschlossen.
  • Biomassezentrum Hennickendorf: Das Biomassezentrum ist voraussichtlich vom 12. bis einschließlich 15. März ebenfalls den ganzen Tag geschlossen.
  • Kieztage: Die geplanten BSR-Kieztage in Lichtenberg (12. März), Mitte (13. März) Neukölln (14. März) und Tempelhof (15. März) fallen aus.
  • Winterdienst: Gegebenenfalls erforderliche Winterdienstmaßnahmen werden auf Basis einer Notdienstvereinbarung zwischen BSR und Verdi sowie der Gewerkschaft GKL durchgeführt.

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Während die Verhandlungen stocken, bleibt Berlin im Müllchaos versunken. Die Bewohner müssen wohl oder übel mit überquellenden Mülleimern und verschmutzten Straßen leben – zumindest bis der Arbeitskampf beigelegt ist.

Überquellende Mülleimer am Prachtboulevard Unter den Linden
Schon zu Wochenbeginn und damit zum Beginn des Streiks bei der Berliner Stadtreinigung (BSR) quellen die Mülleimer in Mitte wie hier Unter den Linden über.© Heike Dietrich | Heike Dietrich