Ein Gaffer störte am Donnerstagmorgen die Wiederbelebung eines Menschen in der S-Bahn. Der Mann war in einem Zug der S9 im Südosten Berlins zusammengebrochen. Ein Beamter der Polizei Berlin, der auf dem Weg zur Arbeit war, versuchte daraufhin, ihn zu reanimieren, wie eine Sprecherin der Behörde der Berliner Morgenpost mitteilte. Währenddessen hätte ein Dritter die gesamte Zeit über mit dem Handy gefilmt.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„Der Kollege hat sich daraufhin in den Dienst versetzt und den Mann aufgefordert, das Filmen zu unterlassen“, so die Sprecherin weiter. Der sei dem jedoch nicht nachgekommen, weshalb der Beamte ihn an einem Bahnhof aus der Bahn schob. Die Reanimation wurde durch Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr auf dem Bahnhof Adlershof (Treptow-Köpenick) fortgesetzt, blieb jedoch erfolglos. Der Fahrgast starb. Woran, war am Donnerstagnachmittag noch nicht klar.
Mann stirbt in S-Bahn: Ermittlungen gegen geflohenen Gaffer laufen
Zunächst wurde berichtet, dass mehrere Fahrgäste die Rettungs- und Polizeikräfte während der Reanimation bedrängten. Dies bestätigte die Polizeisprecherin so jedoch nicht. Der S-Bahn-Verkehr musste für etwa eine Stunde in beide Richtungen gestoppt werden. Das sowie der gleichzeitig stattfindende Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) hätten zwar für Unmut gesorgt, aber nicht zu Übergriffen geführt. „Es wurde nicht massiv gestört, sondern durch eine Person eher passiv behindert.“
- Gut informiert: Die wichtigsten News zum BVG-Streik im Blog
- Streik: Viele Busse fahren trotzdem – das sind die Linien
- Alternativen: S-Bahn erweitert Angebot
- Analyse: Bezirke im Streik-Chaos? Diese Kieze werden „abgeschnitten“
- Arbeit und Schule: Zu spät wegen Streik? Das sind Rechte & Pflichten
- Urlaub: BVG-Zoff um Urlaubstage und Urlaubsgeld: Wer bekommt wie viel?
Der Gaffer konnte fliehen. Gegen ihn werde nun wegen Widerstands und wegen des Verdachts der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen ermittelt, so die Polizeisprecherin weiter. Jetzt würden Aufnahmen aus Überwachungskameras ausgewertet.
- Organisierte Kriminalität: So viel Geld zieht Berlin wegen kleinerer Vergehen ein
- Überfall auf Juwelier in Berlin: „Sie waren wie die Olsenbande“
- Neues Polizeigesetz: Welche Überwachungs-Software verwendet Berlin?
- Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: „Es war ein reines Machtspiel“





