Aus Sicherheitsgründen, wie die BVG sagt, bleiben bei einem BVG-Streik die Bahnhöfe geschlossen. Und gleiches gilt für die Geschäfte darin. Blumenläden, Imbisse, kleine Supermärkte, vor allem an Umsteigebahnhöfen bleiben Donnerstag und Freitag geschlossen. Ein Imbiss-Betreiber, der in diesem Zusammenhang nicht namentlich genannt werden möchte, seufzt, als das Gespräch auf den Streik kommt. „Einfach nicht drüber nachdenken und versuchen, die Tage mit der Familie zu genießen“, sagt der Mann, während er die Fleischstreifen vom Döner-Spieß schneidet.

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Seit Jahren betreibt er den Imbiss zusammen mit seinem Vater. „Jetzt streiken sie schon zum dritten Mal in diesem Jahr. Und dann auch noch diesmal zwei Tage. Und zum Wochenende hin – das sind unsere umsatzstärksten Tage“, sagt er. „Ich habe Verständnis für die BVG-Leute, dass sie mehr Lohn fordern. Wir mussten auch unsere Preise erhöhen. Aber mir kommen 750 Euro mehr im Monat auf einen Schlag, schon sehr viel vor“, sagt er und klingt leicht gereizt. Denn für ihn bedeutet jeder Streiktag Verlust, der ihm durch niemanden ersetzt wird. Kompensation für den Umsatzausfall bekommt der Imbiss-Betreiber nämlich nicht von der BVG, sagt er. Und auch die BVG bestätigt, dass Entschädigungen o.ä. nicht vorgesehen seien, weil Streik analog zu „höherer Gewalt“ eingestuft werde.

Die BVG zahlt keine Kompensationen, aber steht in „engem Austausch“ mit den Ladeninhabern

„Unser Tochterunternehmen Urbanis steht jederzeit in einem engen Austausch mit den Ladenmieter*innen und versucht, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Sobald eine Streikankündigung vorliegt, werden die Mieter*innen umgehend informiert. Das ist vor allem für Mieter*innen wichtig, die mit verderblichen Waren handeln. Sollte es in Einzelfällen Schwierigkeiten beim rechtzeitigen Transport verderblicher Waren geben, versuchen unsere Kolleg*innen immer, im Dialog eine individuelle Lösung für die Mieter*innen zu finden“, so ein BVG-Sprecher zur Morgenpost.

Das tröstet die Ladeninhaber und Mitarbeiter nur wenig. „Der Streik bedeutet finanziellen Ausfall für mich. Der Laden bleibt für zwei Tage zu“, sagt Kevin, der Betreiber von „Adu‘s Kiosk“ in der U-Bahn-Station Turmstraße. Morgens kaufen Menschen dort Zeitungen, Snacks oder Zigaretten. Ein gewisses Verständnis hat er für die Forderung nach mehr Lohn. „Aber werden die Menschen wirklich so schlecht bezahlt, dass schon wieder gestreikt werden muss?“, fragt er. Es klingt weniger genervt oder verärgert, eher verwundert. Er wird die zwei Schließtage dazu nutzen, um sich um Einkauf und Inventur zu kümmern.

Adu's Kiosk
Auch „Adu‘s Kiosk“ im Bahnhof Turmstraße muss Donnerstag und Freitag geschlossen bleiben. © Miriam Schaptke / BM | Miriam Schaptke

Auch die Blumenstände und anderen Geschäfte im Bahnhof Zoo haben zu, wenn der Bahnhof geschlossen hat. Mutmaßlich müsse sie immerhin keinen Urlaub nehmen für die zwei Tage Streik, meint eine Mitarbeiterin, so sei es zumindest bei den vergangenen Bahnhofsschließungen gewesen.

Freiwillig einen radikalen Weg wählt auch die Stiftung Starke in Grunewald. Der Kulturveranstaltungsort sagt ein für Donnerstagabend geplantes Konzert ab und verlegt es auf ein anderes Datum. „Es sind viele unserer Gäste auf die BVG angewiesen, die leider schon wieder mal an unserem Abend streiken wird“, begründet das Haus seine Entscheidung.