Die in Deutschland erstmals seit Jahrzehnten ausgebrochene Maul- und Klauenseuche im brandenburgischen Hönow hat unmittelbare Auswirkungen auf Berlin. Einige Orte, an denen Paarhufer gehalten werden, für die das Virus gefährlich werden kann, wurden geschlossen.

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Am Sonnabend sorgte darüber hinaus ein totes Schaf für Nervosität, das in Marzahn-Hellersdorf gefunden wurde – also innerhalb der Sperrzone mit einem Radius von drei Kilometern um den Ausbruchsort.

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Maul- und Klauenseuche: Erste Kinderbauernhöfe stellen Betrieb ein

Wegen der Krankheit haben am Wochenende die ersten Kinderbauernhöfe in Berlin geschlossen. Die „Helle Tierarche – Tierhof Hellersdorf“ schrieb auf der Homepage: „Aufgrund der in Hönow aufgetretenen Maul- und Klauenseuche bleibt die Helle Tierarche ab sofort geschlossen. Um unseren gesunden Tierbestand zu schützen, ist die Schließung deshalb die wichtigste mit dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf abgestimmte Präventivmaßnahme. Wir danken für euer Verständnis.“

Auch auf dem Kinderbauernhof im Görlitzer Park wurde der Betrieb für das Wochenende vorsorglich eingestellt, wie eine Mitarbeiterin der Berliner Morgenpost bestätigt hat. Auf dem Gelände werden Ziegen und Schafe gehalten, die potenziell durch das Virus gefährdet sind.

Auf dem „Abenteuerspielplatz Fort Robinson“ in Lichtenberg soll ab Sonntag das Ziegengehege mit seinen zwei Tieren weitläufig für Besucher abgesperrt werden, so ein Mitarbeiter auf Anfrage. Das weitere Vorgehen werde man Anfang nächster Woche im Landesverband Abenteuerspielplätze und Kinderbauernhöfe in Berlin e.V. besprechen, in dem viele tierhaltende Einrichtungen organisiert sind.

„Erst am Montag gibt es konkrete Handlungsanweisungen vom Veterinäramt“, sagte ein Vertreter von Kinderbunter Bauernhof in Mitte. Prophylaktisch habe man jedoch bereits am Wochenende den Betrieb eingestellt, auch wenn der Kinderbauernhof mit einer Ziege kaum betroffen wäre. Aufgrund von Bauarbeiten wurden Ponys noch vor dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche nach Brandenburg verlegt.

Runtergefahren wurde der Betrieb auch auf dem Abenteuerspielplatz und Kinderbauernhof WASLALA in Treptow-Köpenick. Nur Mitarbeitende dürften sich derzeit den drei Schafen und zwei Ziegen nähern. „Mit Außenstehenden Tieren kommen sie eigentlich nicht in Kontakt“, erklärte Jennifer Langer, die für den Kleintierbereich zuständig ist. Der Rest des Geländes, der unter anderem einen Gartenbereich umfasst, werde offen bleiben. Man wolle abwarten, wie sich die Situation in Brandenburg demnächst entwickelt.

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Kinderbauernhof greift auf Erfahrung mit Vogelgrippe zurück

Ebenfalls die Situation im Blick behalten wollen die Einrichtungen Tiergarten Teltow und Kinderbauernhof Pinke Panke, ohne aber die Tiergehege abzusperren. „Wir befinden uns nicht in der Beobachtungs- oder Sperrzone“, sagte Annett Rose von Pinke-Panke in Pankow. „Wir bereiten uns aber mit Desinfektionsmitteln, Seuchenmatten und Schutzkleidung für die Mitarbeiter vor.“ Maßnahmen, die sich bereits in der Zeit der Vogelgrippe bewährt hätten. Auf dem Kinderbauernhof im Norden Berlins werden zwei Wollschweine und sechs Schafe gehalten. Tiere, die laut Rose nicht zwingend durch das Virus sterben würden. „Wir richten uns nach den Behörden und hoffen, dass wir verschont bleiben.“

Auch im Tiergarten Teltow wollen man zunächst auf den drastischen Schritt der Schließung verzichten. „Momentan haben wir witterungsbedingt nicht viele Besucher“, sagte eine Mitarbeiterin des Tiergartens, der 14 Ziegen, drei Schweine und drei Schafe hält. „Bei Massenströmen von Besuchern müssten wir wahrscheinlich anders reagieren.“

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Tierpark und Zoo Berlin bleiben geschlossen – auch Kamele, Giraffen und Elefanten für Virus empfänglich

Auch der Tierpark in Friedrichsfelde sowie der Zoo bleiben ab dem 11. Januar 2025 vorerst geschlossen. „Für Menschen ist MKS ungefährlich, dennoch kann der Mensch das Virus zum Beispiel an Kleidung haftend übertragen. Die zuständigen Behörden müssen Vorsichtsmaßnahmen einleiten, um die Weiterverbreitung des Virus zügig zu unterbinden“, heißt es in einer Pressemitteilung. Eine Zoo-Sprecherin erklärte weiterhin, dass Mitarbeitende aus dem betroffenen Gebiet in Brandenburg überprüft werden. „Außerdem wurden sämtliche Lieferungen aus diesem Gebiet abbestellt.“

Im Tierpark, der in der zehn Kilometer großen Überwachungszone liegt, wurden am Sonnabend laut der Sprecherin in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt Stichproben von empfänglichen Tierarten genommen, zu denen neben Rindern, Schafen und Schweinen auch Giraffen, Kamele und Elefanten gehören.

Wann Zoo und Tierpark wieder öffnen, hänge von der Gefahrenlage ab, die sich in den kommenden Tagen abzeichne. Das Aquarium im Zoo ist nicht von der Schließung betroffen, wie die Sprecherin mitteilte.

Maul- und Klauenseuche: Keine Rinder und Schafe auf der Grünen Woche

Auswirkungen hat der Virus-Ausbruch auch auf die Grüne Woche in Berlin, die vom 17. bis 26. Januar auf dem Berliner Messegelände stattfindet und nun umplanen muss. „In Abstimmung mit dem Veterinäramt werden wir keine Paarhufer vor Ort haben“, erklärte Lars Jaeger, Direktor der Grünen Woche, auf Anfrage. „Es gibt also nicht wie geplant Rinder, Schafe, Ziegen und Alpakas zu sehen, dafür aber viele andere Nutz- und Heimtiere.“  

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Marzahn-Hellersdorf: Kleine Betriebe mit Tierhaltung veterinärbehördlich gesperrt

Außerdem liegen mehrere kleine Tierhaltungen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf innerhalb zweier Sperrzonen. Die kleinen Berliner Betriebe seien veterinärbehördlich gesperrt worden und würden überwacht, teilte die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz mit, die einen Krisenstab Tierseuchen eingerichtet hat. Ihre genaue Zahl stehe noch nicht fest, das hänge vom genauen Zuschnitt der Sperrkreise ab, sagte eine Sprecherin. Es gehe um maximal 14 Berliner Tierhaltungen mit bis zu 120 unterschiedlichsten Klauentieren wie Ziegen, Schafen oder Schweinen.

Im Bezirk wurde nach dem Ausbruch im benachbarten Hönow ein totes Schaf auf einer Weide gefunden. Die Untersuchung des Landeslabors Berlin-Brandenburg hatte jedoch keinen Hinweis auf die Maul- und Klauenseuche bei dem Tier ergeben.

daw/dpa