Atallah Younes versteht die Aufregung nicht. Nachdem der mutmaßlich aus dem Westjordanland stammende Influencer (300.000 Follower bei Instagram) in der Silvesternacht ein Video gepostet hatte, berichteten diverse Medien über ihn. Der Grund: Die kurze Aufnahme zeigt, wie Younes eine Rakete in der Hand hält, anzündet und durch ein Fenster in ein Wohnhaus schießt. Ein Versehen, betont der junge Mann später, bei dem laut Polizei niemand verletzt wurde.

Am Samstag wurde Younes am Flughafen BER wegen Fluchtgefahr festgenommen. Er verbrachte ein Nacht in einer Zelle und wurde am Sonntag einer Haftrichterin vorgeführt. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Berliner Morgenpost sagte, wurde dem Antrag der Staatsanwaltschaft stattgegeben und gegen Atallah Younes Haftbefehl erlassen. Er wird nun nach Moabit in Untersuchungshaft gebracht. Gegen den Beschluss hat der Anwalt Younes einen Haftprüfungstermin beantragt. Dieser habe aber keine aufschiebende Wirkung für die sofortige Unterbringung in Moabit.
Der staatenlose Palästinenser, vermutlich in Jordanien lebend, zeigte sich laut Staatsanwaltschaft vor Gericht kooperativ. Auf Unterstützung durch seine zuständige Botschaft hat Younes verzichtet.
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Younes war festgenommen worden, als er das Land Richtung Jordanien verlassen wollte. Younes wollte am Samstag ein Flugzeug mit Ziel Amman besteigen und von dort zu seinem Wohnort Nablus im Westjordanland weiterreisen. Bereits zuvor hatte er auf Instagram angekündigt, dass sein Urlaub bald ende und er dann weiterreisen wolle. Der 23-jährige Younes kommt aus den Palästinensischen Autonomiegebieten.
Ermittelt wird wegen:
- versuchter schwerer Brandstiftung
- versuchter gefährliche Körperverletzung
- Sachbeschädigung
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Für Atallah dürfte das Vorgehen der Polizei völlig unverständlich sein. Vor der Festnahme hatte er der „Zeit“ ein Interview gegeben und betont, dass es sich um einen Unfall gehandelt habe. „Ich wollte niemanden absichtlich verletzten“, so der junge Mann. Wie eine Rakete funktioniere, habe er vor dem Jahreswechsel gar nicht gewusst.
Influencer: Vorfall geklärt, „von Araber zu Araber“
Zudem zeigte er sein Unverständnis für die Ermittlungen: „Was will die Polizei denn von mir? Denken die, ich bin ein Flüchtling?“ Der Vorfall sei geklärt, er habe sich bei der Familie, die in der Wohnung lebt, entschuldigt. „Von Araber zu Araber, von Angesicht zu Angesicht.“ Viel passiert sei ohnehin nicht, es gebe lediglich ein paar Brandspuren.
Die Polizei stellt den Vorfall allerdings weniger glimpflich dar: Demnach habe die Rakete zunächst die Fensterscheibe durchschlagen und dann die Einrichtung des Zimmers beschädigt. „Aufgrund des schnellen Eingreifens des Wohnungsinhabers, der die brennenden Überreste der Rakete aus dem Fenster warf, konnte ein Übergreifen des Feuers auf die Wohnung verhindert werden“, heißt es weiter.
„Reicht nicht, mal kurz sorry zu sagen“
„Das ist wichtig für die Arbeit unserer Kollegen und auch ein wichtiges Signal in Richtung Bevölkerung“, sagt Stephan Weh, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei. Wer Straftaten begehe, habe den Anspruch auf eine „faire Prüfung seiner Tat durch unseren Rechtsstaat“ und ein mögliches Verfahren mit entsprechendem Urteil, sagt der Gewerkschafter. „Wenn man eine Rakete in ein Kinderzimmer schießt, reicht es im Regelfall nicht, mal kurz sorry zu sagen“, so Weh.

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Wegen negativer Kommentare, die er nach seiner Aktion auf Instagram erhalten habe und die er als rassistisch bezeichnet, zeigt sich Atallah Younes von Deutschland enttäuscht. Es sei sein vorerst letzter Besuch gewesen, betont er. Zunächst darf er das Land nun aber nicht verlassen.






