Raus bei dieser Kälte? Das wollten die Giraffen Max und Mugambi nicht so recht einsehen. Trotzig blieben sie am Eingang ihres warmen Hauses stehen, noch nicht ahnend, dass gleich ein besonderes Vergnügen auf sie wartet. Am Ende siegte die Neugierde. Kurz zuvor hatten Zoomitarbeitende einen Weihnachtsbaum wie einen Maibaum an einem Mast hochgezogen. Die Tanne schaukelte jetzt leicht im Wind, auf Augenhöhe mit den Giraffen. Max, der Mutigere, stakste langsam heran, schnupperte dran und fing an zu zupfen. Mugambi fasste Vertrauen und tat es ihm nach. Schließlich zog einer rechts und einer links an dem neuen stacheligen Knabberspaß.
Den Giraffen war es eigentlich zu kalt, um auf die Außenanlage zu kommen

Für die Giraffen war es am Freitagmorgen eine Premiere: Sie bekamen zum ersten Mal eine Tanne bei der traditionellen Weihnachtsbaum-Fütterung im Zoo. Knapp 50 Bäumchen, die nicht verkauft worden sind, waren im Zoo gelandet. „Die Weihnachtsbäume sind für unsere Tiere eine wirkliche Bereicherung“, erklärt Zoo- und Tierpark-Direktor Andreas Knieriem. Sie förderten die geistige und körperliche Gesundheit und bereiteten den tierischen Bewohnern sichtbare Freude. Die Bäume stammen aus sicheren Quellen und sind unbehandelt. Private Weihnachtsbaum-Spenden nimmt der Zoo nicht an.

Rentiere gabeln die Bäumchen auf und schälen dann die Rinde
Die Rentiere waren die ersten an diesem kalten Vormittag, die mit drei Tannen beglückt wurden. Kaum hatten die Tierpfleger die Anlage verlassen, sprangen sie herbei und gabelten die Bäumchen mit ihrem Geweih auf. „Für sie ist es neu und spannend“, erklärt Revierleiter Matthias Mende. Erst würden sie damit spielen, dann die Nadeln fressen und die Rinde schälen.

Nach den Giraffen war die letzte Station bei den Elefanten. Für die Dickhäuter-Damen Carla, Anchali und Pang Pha ist es schon ein eingeübtes Spiel, sie sind jedes Jahr bei der öffentlichen Weihnachtsbaum-Fütterung dabei. Während sie die Tannen in den vergangen Jahren mehr als Spielzeug verwendet hatten, sie schüttelten und über den Rücken warfen, war es für sie diesmal ein gefundenes Fressen. Mit dem Rüssel angelten sie sich die Zweige, zogen dran, und schon verschwanden sie im Maul. Aber natürlich wurden die Bäumchen auch wieder kräftig durch die Luft geschwungen.
In den kommenden Tagen werden weitere Bäume verfüttert
In den kommenden Tagen werden die restlichen Bäume nach und nach in den Gehegen im Zoo verteilt. Da kommen auch noch andere Tiere zu dem Vergnügen. Zoobesucher können die Fütterung zum Beispiel bei den Steinböcken, Wisenten und sogar bei Vögeln beobachten. „Papageien finden es superspannend“, sagt Zoosprecherin Svenja Eisenbarth.



