Zusammenrufen, positionieren, abwarten: Die Tierpfleger mussten bei der Elefantengruppe im Zoo klare Ansagen machen, damit sie in Ruhe für jedes Tier ein Bäumchen auf der Anlage verteilen konnten. Die drei Dickhäuter-Damen, Carla, Anchali und Pang Pha, schauten ganz genau zu, wo die Tannen landeten. Als sie das „Go“ bekamen, rannte Anchali, mit elf Jahren die jüngste der Gruppe, sofort zu dem am weitesten entfernten Bäumchen los, wohl in der Hoffnung, für den Weg mit dem größten belohnt zu werden. Sie schnappte es sich kurz, ließ es wieder fallen und lief zu den beiden anderen.

„Sie ist neidig und muss kontrollieren, ob die anderen was besseres haben“, kommentierte Zoosprecherin Svenja​ Eisenbarth das Verhalten. Doch Anchali blieb nichts anderes übrig, als zu ihrer Tanne zurückzukehren, denn jeder hatte sich mit seinem Baum in eine Ecke verzogen. Als das geklärt war, konnte der ganz besondere Spaß beginnen: Bäumchen schütteln, auf den Stein schlagen, fressen. Dazwischen mal den Rücken kurz damit massieren. Die drei ließen sich nicht eine Sekunde von der Fotografenmeute vor dem Gehege beeindrucken und von ihrer Beschäftigung abhalten.

Weihnachtsbäume für die Tiere
Weihnachtsbäume für die Tiere

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    Fütterung der Weihnachtsbäume ist schon ein traditionelles Fest

    Alle Jahre wieder ist es ein fester Termin in Zoo und Tierpark: Die Fütterung der nicht verkauften Weihnachtsbäume an die Tiere. Zwei Wagenladungen seien in diesem Jahr angekommen, erzählt Svenja Eisenbarth. Alles unbehandelte Bäume von Partnern, mit denen Zoo und Tierpark zusammenarbeiten. Damit ist sichergestellt, dass das Grün unbedenklich und somit für die Tiere geeignet ist. Private Weihnachtsbaumspenden werden nicht angenommen. Schon ein kleiner Rest Lametta könnte den Tieren schaden, sagt die Zoosprecherin.

    Die Rentiere haben die Weihnachtsbäume mit ihren Geweihen erst einmal auseinander genommen.
    Die Rentiere haben die Weihnachtsbäume mit ihren Geweihen erst einmal auseinander genommen.© Funke Foto Services | Reto Klar

    Das besondere Vergnügen hatten an diesem Morgen nicht nur die drei Elefanten, sondern unter anderen auch Rentiere und Wisente. Während die fünf Waldrentiere schon aufgeregt um die Tierpfleger herumtanzten, als die Bäume noch zu einem Berg aufgebaut wurden, machten die Wisente erst einmal keine Anstalten, sich den ungewohnten Gehölzen zu nähern. Aber schließlich begann überall das große Fressen. Und nicht nur das. Die Rentiere konnten nicht genug davon kriegen, ihr Geweih in dem stacheligen Haufen zu reiben. „Das tut ihnen gut, ein Rentier kann sich ja schlecht an den Ohren kratzen“, erklärt Sonja Eisenbarth und lacht.

    Erst vorsichtig, dann kamen die Wisente doch heran: Die Schwergewichte gingen mit größter Bedacht an die Weihnachtsbäume heran.
    Erst vorsichtig, dann kamen die Wisente doch heran: Die Schwergewichte gingen mit größter Bedacht an die Weihnachtsbäume heran.© Funke Foto Services | Reto Klar

    Bäume werden jetzt eine Woche lang nach und nach verteilt

    Die Tannenbäume werden jetzt eine Woche lang nach und nach unter den Tieren verteilt. Manche, wie die Löwen, bekommen auch nur einen Ast zum Spielen. Für alle Zoo- und Tierparkbewohner ist es immer ein spektakulärer Jahresauftakt, schließlich stehen Tannen sonst nicht auf ihrem Speiseplan.

    Der Zoo startet mit der traditionellen Weihnachtsbaum-Fütterung in ein ganz besonderes Jahr. Ein großes Jubiläum steht an. 2024 feiert der Zoo seinen 180-jähriges Bestehen. Am 1. August 1844 öffnete die Einrichtung erstmals ihre Tore. An der Planung des Festes werde bereits gearbeitet, sagt die Zoosprecherin. Die Modernisierung des Aquariums geht auch in diesem Jubiläumsjahr bei laufendem Betrieb weiter. Dabei soll auch die Ausstellungen komplett erneuert werden.