Wer öfter mit Bus und Bahnen durch Berlin fährt, dürfte bereits mehrfach erlebt haben, wie sich Fahrgäste laut und ohne Kopfhörer Videos auf ihren Handys anschauen. Manch einer spielt seine Musik auch über tragbare Boxen ab, andere telefonieren – warum auch immer – auf Lautsprecher. Seit dem vergangenen Wochenende versuchen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) solche Rücksichtslosigkeiten mit einer neuen Durchsage einzudämmen.

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Bereits seit dem Frühling dieses Jahres testen die Verkehrsbetriebe in allen Buslinien verschiedene Ansagen, um, so heißt es von einem Sprecher, „das Bewusstsein unserer Fahrgäste füreinander zu schärfen, für gegenseitige Rücksichtnahme zu werben und unsere Fahrer*innen damit ein wenig zu entlasten.“

Gegen laute Musik und Telefonate: BVG testet neue Ansage in ihren Bussen und U-Bahnhöfen

Bislang im Repertoire waren Ansagen wie: „Bitte sei achtsam, vielleicht braucht jemand deinen Sitzplatz dringender“ oder „Bitte halte dich fest, damit du sicher stehst.“ Der BVG-Sprecher machte auf Nachfrage zwar keine genaueren Angaben zur konkreten Wirksamkeit dieser Ansagen, doch weil sie sowohl bei den Fahrgästen als auch bei den Kollegen „super angekommen“ seien, teste man nun eine weitere Durchsage. Darüber berichtete zuerst der „RBB“.

„Bitte nehmt Rücksicht. Musik, TikToks und Telefonate gehören ins Ohr und nicht über Lautsprecher abgespielt“, schallt es nun also durch die Berliner Busse. Bis Januar soll die Ansage in einer Testphase erprobt werden. Zunächst ist sie nur in den Bussen zu hören, gegen Ende des Jahres wolle man sie aber auch auf den Berliner U-Bahnhöfen testen, kündigte der Sprecher an. „Wie und ob es weitergeht, entscheiden wir im Anschluss an diese Ausspielphase.“

Immer wieder werben die Verkehrsbetriebe mit verschiedenen Aktionen für mehr Rücksicht und Respekt im öffentlichen Raum – und ihren Verkehrsmitteln. So brachte die BVG etwa im Dezember vergangenen Jahres ein eigenes Musical auf die Bühne des Admiralspalastes. „Tarifzone Liebe – die Gefühle fahren Straßenbahn“, so der Titel des Musicals, erzählte nicht nur eine Liebesgeschichte zwischen einer Straßenbahn und einem Fahrgast, sondern sollte laut der BVG auch als Zeichen verstanden werden für Rücksichtnahme und gegenseitige Wertschätzung.

Mit der neuen Ansage gegen lautes Telefonieren und Musikhören versucht die BVG nun wieder auf eher klassischem Weg, mit ihrer Bitte für mehr gegenseitige Rücksicht zu ihren Fahrgästen durchzudringen.