Umweltschützer haben erneut gegen die im Berliner Hotel Adlon stattfindende Gas-Konferenz protestiert. Aktivisten verschiedener Gruppen und aus verschiedenen (Bundes-) Ländern blockierten am Dienstagmorgen die Eingänge zum Hotel, verschütteten Farbe und versuchten Absperrungen zu durchbrechen, um auf die negativen Auswirkungen von LNG aufmerksam zu machen. Die Polizei sprach von gewalttätigem Verhalten und war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Durchbruchversuch von @Ende__Gelaende Richtung Adlon. pic.twitter.com/Gavxjd64yY
— Erik Peter (@retep_kire) 10. Dezember 2024
LNG: Umweltaktivisten sprechen von „dreckiger Lüge“ und gezielte Desinformation
Bereits gegen 6 Uhr begannen die Proteste. Auf Videos in den Sozialen Medien ist zu sehen, wie Anhängerinnen und Anhänger der Gruppe Ende Gelände in weißen Overalls gekleidet versuchten, eine Polizeikette zu durchbrechen. Am Seiteneingang des Adlons schütteten Mitglieder der Letzten Generation grüne Farbe gegen die Tür und Fassade des Luxushotels. „Zum einen sieht es aus wie Gift, das genutzt wird, um Fracking zu betreiben, das Gas aus der Erde zu holen“, erklärte Aktivistin Ronja die Farbwahl. „Es steht aber auch symbolisch für das Greenwashing, das betrieben wird.“
UPDATE: Einige Menschen befinden sich schon im Gefangenentransporter. pic.twitter.com/aO2u7QTPqD
— Letzte Generation (@AufstandLastGen) 10. Dezember 2024
Die Umweltgruppen – darunter auch Greenpeace, Amnesty International, Fridays for Future sowie Extinction Rebellion – sprechen im Zusammenhang mit LNG von einer „dreckigen Lüge“ und werfen den Gas-Unternehmen gezielte Desinformation vor. Flüssiggas sei keine Brückentechnologie und keine klimafreundliche Alternative zu Kohle. Gas sei nur bei der Verbrennung sauberer als Kohle. Würden Transport via Tanker und Förderung des Rohstoffs berücksichtigt, sei „Flüssiggas der Klimakiller Nummer eins und damit schädlicher als Kohle“, wie es von Protestgruppen heißt.
Polizei spricht von 120 Ingewahrsamnahmen und gewalttätigem Verhalten

„Aktivisten haben in der Früh Polizeikräfte angegriffen, haben versucht, gewalttätig Absperrungen zu durchbrechen und sich dann an Fahrzeugen festgeklebt“, erklärte Polizei-Sprecher Florian Nath. Eine Person kam mitsamt Reifen, an der ihre Hände klebten, ins Krankenhaus. Insgesamt seien 120 Personen in Gewahrsam genommen worden. Es werde geprüft, ob gegen sie Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Landfriedensbruch eingeleitet werden. Teilnehmende der Gas-Konferenz wurden nicht attackiert oder angegangen, so Nath. Die Letzte Generation veröffentlichte bei X ein Foto mit Mitgliedern, die sich in einem Gefangenentransporter befinden.
Die Polizei wurde sehr schnell aktiv und zog immer wieder Demonstranten zur Seite und trug sie beiseite. Einige Aktivisten hätten sich am Hotel auf dem Boden und an Felgen eines Fahrzeugs festgeklebt, so die Polizei. Polizisten hätten sie abgelöst. Zwei Demonstranten seien wegen Unterkühlung in ein Krankenhaus gebracht worden.
Unsere Einsatzkräfte stellen noch immer die Identitäten der festgenommenen Personen fest. Mittels Lautsprecherdurchsagen wurde den festgenommenen Personen durch unsere Kolleg. angeboten, sanitäre Einrichtungen aufzusuchen.
— Polizei Berlin Einsatz (@PolizeiBerlin_E) 10. Dezember 2024
Auch die Personen, die sich festgeklebt haben, werden… pic.twitter.com/scIujKMhkX
„Ich denke, wir haben unsere Botschaft ziemlich laut und ziemlich klargemacht“, erklärte Letzte Generation-Sprecherin Carla Hinrichs, die mehrere Stunden von der Polizei am Hintereingang des Hotels eingekesselt wurde. „Das haben wir vorgestern gemacht, das haben wir gestern gemacht und das machen wir auch in den kommenden Tagen, weil so ein Gipfel nicht stattfindet, ohne dass er unterbrochen wird.“ Die Letzte Generation postete ein Video im Internet und kritisierte, einige Menschen seien verletzt worden.

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Für Dienstagnachmittag ist eine größere Demonstration am Brandenburger Tor angekündigt, um 18 Uhr sollte es eine Kundgebung und eine Aktion geben. (mit dpa)
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