Bereits am Montagmorgen wurde an die Fassade des Luxushotels Adlon „Sauberes Gas ist ein dreckige Lüge!“ projiziert. Die Greenpeace-Aktion wird nicht die einzige Protestaktion im Kontext des World LNG Summit bleiben, das im Adlon von Montag bis Donnerstag stattfinden wird. Ein breites Bündnis an Umweltgruppen mobilisiert gegen das Treffen der Gas-Lobbyisten, wie in einer Pressekonferenz am Montag angekündigt wurde. Das Ziel: Die Blockade der Veranstaltung.
Warum LNG so stark in der Kritik steht
Zunächst: LNG steht für Liquefied Natural Gas, verflüssigtes Erdgas, das etwa in den USA gefördert wird und in Deutschland in schwimmende Terminals eingespeist wird. Gerade aber das US-amerikanische Gas steht unter großer Kritik, weil es durch die umstrittene Fracking-Methode gefördert wird. Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der Deutschen Umwelthilfe, die ebenfalls zum Protest gegen den LNG-Gipfel aufruft, sprach sogar vom „schmutzigsten Gas der Welt“. Hinzu komme der lange Transportweg und der hohe Energieaufwand, die die Klimabilanz von LNG weiter verschlechterten. „Der Planet brennt, gleichzeitig aber feiert die Fossillobby eine Party im Adlon“, hieß es mit Blick auf die aktuelle Meldung, dass 2024 das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnung ist.
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Svitlana Romanko, Gründerin von Razom We Stand, einer ukrainische Organisation, die sich für ein Embargo von fossilen Energieträgern aus Russland einsetzt, erklärte bei der Pressekonferenz darüber hinaus, dass russisches LNG weiterhin in die EU gelange – Medienberichten zufolge möglicherweise auch über europäische Häfen nach Deutschland. Damit werde der russische Krieg in der Ukraine finanziert. Ruth Carcassone von der Mieterinitiative Mariendorf Ost wiederum verwies auf hohe Kosten, die durch das Heizen mit Gas entstünden.
LNG Summit: Aktivisten wollen Gas-Gipfel blockieren
Raus aus den fossilen Energien, rein in die Erneuerbare Energien: Für diese Forderung ist ein „grundlegender Umbruch“ vonnöten, wie Fran Leitner von der Umweltprotestgruppe Ende Gelände sagte. Man wolle den Gasausstieg in die eigene Hand nehmen, eine „Energiewende von unten“. Aus diesem Grund wolle man das Gipfeltreffen mit Blockadeaktionen stören. Wie genau diese aussehen werden, erklärte die Sprecherin nicht, kündigte lediglich „bunten und kreativen Protest“ sowie eine Demonstration am Dienstag auf dem Pariser Platz an.
Im Adlon ist man auf den Protest eingestellt. Man habe sich „in Absprache mit der Polizei auf den Summit und die damit verbundenen Sicherheitsanforderungen vorbereitet, wie es bei hochkarätigen Veranstaltungen, Staatsbesuchen und ähnlichen Anlässen, bei denen unsere Räumlichkeiten genutzt werden, üblich ist“, sagte Hotel-Sprecherin Sabina Held auf Anfrage der Berliner Morgenpost.



