Die russische Opposition will am Sonntag in Berlin demonstrieren. Zu der Kundgebung unter dem Namen „Nein zu Putin! Nein zum Krieg in der Ukraine! Freiheit für politische Gefangene!“ haben die russischen Oppositionspolitiker Julia Nawalnaja, Ilja Jaschin und Wladimir Kara-Mursa aufgerufen. Nach Angaben der Berliner Polizei sind 3000 Teilnehmer angemeldet. Sie startet um 13 Uhr am Henriette-Herz-Park und führt zur russischen Botschaft.

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Ilja Jaschin und Kara-Mursa gehören zu den 26 Gefangenen, die am 1. August beim größten Gefangenenaustausch zwischen Russland und dem Westen seit Ende des Kalten Krieges freigelassen wurden. Dabei hatte auch der „Tiergartenmörder“ Wadim Krassikow die Seiten gewechselt.

Über seinen Telegram-Kanal ließ Jaschin mitteilen, dass es in Russland keine Möglichkeit mehr gebe, legale Proteste abzuhalten. Menschen müssten mit einer Gefängnisstrafe rechnen. „Aber wir können immer noch zeigen, dass es ein friedliches, freies und zivilisiertes Russland gibt. Wir existieren, wir schweigen nicht und wir handeln gemeinsam“. Dabei formulierte Jaschin drei Forderungen: russische Truppen sofort aus der Ukraine abziehen, alle politischen Gefangenen in Russland freilassen und Putin als Kriegsverbrecher und Mörder vor Gericht stellen.
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Botschafter der Ukraine kritisiert die Demonstration
Jaschin lebt seit seiner Freilassung in Berlin. Seither trat er immer wieder öffentlich auf, etwa wenige Tage nach dem Gefangenenaustausch. Damals sprach er vor dutzenden Menschen im Berliner Mauerpark über die ersten Stunden als freier Mann und kritisierte Putins Regime. Auch kündigte er an, die Opposition in Russland im Rahmen von Projekten zusammenführen zu wollen. Die Putin-Gegner gelten teilweise als zerstritten. So dürfte die Veranstaltung am Sonntag auch, als ein Zeichen von einer neuen Geschlossenheit der Opposition zu verstehen sein.
Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Oleksij Makejew, kritisierte in der „Zeit“ die Demonstration als PR-Aktion. Er schrieb, die Zielgruppe sei nicht die russische Bevölkerung, sondern die Politik und die deutschen Medien. Dabei gehe es um Aufmerksamkeit.






