Die Polizei hat die Besetzung zweier Bagger in unmittelbarer Nähe der Tesla-Autofabrik in Grünheide beendet. Nach Angaben eines Polizeisprechers holten Beamte vier Aktivisten von den Baggern und nahmen sie vorläufig in Gewahrsam, um ihre Personalien festzustellen. Es handele sich um vier junge Männer, alle unter 30, hieß es. Verletzt wurde niemand. Zudem untersuchte die Polizei die Arbeitsgeräte nach möglichen Schäden. Geprüft wird auch, ob die Besetzer Straftaten begingen.

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Die Gegner des US-Elektroautobauers Tesla waren am Morgen auf die Bagger geklettert, um gegen eine Erweiterung des Werks zu protestieren. Die Maschinen werden nach Angaben der Polizei für Arbeiten im Wald an der Tesla-Fabrik genutzt. Aktuell werden dort vorbereitende Baumaßnahmen umgesetzt.

Laut Brandenburger Verkehrsministerium wird dort eine Schneise geschaffen. Dort soll eine Baustraße der Deutschen Bahn zwischen der Landesstraße L23 und der Autobahn entstehen. Sie soll zur Vorbereitung von Baumaßnahmen dienen, etwa dem Neubau des Bahnhofs Fangschleuse. Zudem will Tesla sein Gelände in der 9200-Einwohner-Gemeinde erweitern, um einen Güterbahnhof und Lagerflächen zu bauen. 

Tesla-Gegner kritisierten Elon Musk – „Diese Besetzung ist erst der Anfang“

Die Aktivistinnen und Aktivisten, die in der Nähe ein Protestcamp mit Baumhäusern errichtet haben, warfen dem Chef des US-Konzerns nicht nur vor, die Natur zu zerstören und mit dem Ausbau seines Autowerks die Trinkwasserversorgung in Grünheide zu gefährden, sondern kritisierten auch dessen politisches Engagement.

„Was macht Elon Musk mit den Milliarden, die ihm die Fabrik in Grünheide einbringt? Eines von vielen Beispielen der letzten Wochen sind derzeit die täglichen Millionenspenden zur Unterstützung und Manipulation von Trumps Wahlkampf für seine rechtsextreme Agenda“, hieß es in einer Pressemitteilung der Protestgruppe „Tesla Stoppen“. „Wir sagen Schluss mit Profiten für Musk und menschenverachtende Politik […] Diese Besetzung ist erst der Anfang einer angemessenen Antwort auf die Zerstörung durch Tesla.“

Bereits die dritte Blockadeaktion im Oktober

Es war nicht die erste Blockadeaktion der Aktivistinnen und Aktivisten in diesem Monat. Am 10. Oktober besetzten drei Personen ebenfalls ein Baustellenfahrzeug in der Waldschneise – wenige Tage zuvor wurden mehrere Baufahrzeuge durch Unbekannte beschmiert und „erheblich beschädigt“, wie die Polizei Brandenburg meldete.

Bei der mehrstündigen Räumung durch die Polizei setzten die Einsatzkräfte Pfefferspray gegen sich solidarisierende Aktivistinnen und Aktivisten ein. Mehrere Personen wurden zwecks Identitätsfeststellung in Gewahrsam genommen, 12 Personen erhielten ein Aufenthaltsverbot. Gegen die drei Bagger-Besetzer wurde Strafanzeige wegen Nötigung aufgenommen.

Am 14. Oktober spannten die Bewohnerinnen und Bewohner des Protestcamps einen Baumstamm auf der Baustellenstraße auf. Auf diesem befand sich eine Person, die durch Spezialkräfte der Polizei runtergeholt werden konnte. Aufgrund von beschädigten Baustellenzäunen wurden Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufgenommen.

Mit dpa

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