Umweltaktivisten haben in der Nacht zu Montag in der gerodeten Bauschneise des Tesla-Werks in Grünheide einen Baumstamm aufgestellt und mit Seilen abgespannt. Weitere Bauarbeiten zur Erweiterung des Werks würden damit blockiert, hieß es. Die Schneise wird von der Deutschen Bahn gerodet, um für Tesla einen Güterbahnhof zu bauen.
Person auf Baumstamm geklettert – Polizei mit Spezialgerät vor Ort
„Die Tesla-Erweiterung wird hier Stück für Stück durchgesetzt. Die Deutsche Bahn und das Land Brandenburg schaffen durch die Hintertür Fakten, bevor Tesla überhaupt gekauft hat. Vorauseilender Gehorsam für einen Milliardär! Aber nicht mit uns! Solange wir hier sind, stehen die Bauarbeiten für Tesla still“, sagte eine Pressesprecherin des Camps.
Die Polizei Brandenburg ist nach eigenen Angaben wie schon bei der vergangenen Blockadeaktion mit Spezialisten der technischen Einsatzeinheit und technischen Geräten vor Ort. Ein Hubschrauber sei morgens über dem Waldstück geflogen. Zum Einsatz komme zudem erneut ein Hubsteiger, mit dem Arbeiten in luftiger Höhe möglich ist. Bei der Blockadeaktion letzte Woche konnte die Hebebühne wegen dem sandigen Boden und Dunkelheit nachts nicht genutzt werden.
Auf dem aufgestellten Baumstamm befindet sich in Höhe von sechs bis acht Metern Höhe eine Person, so Polizeisprecher Roland Kamenz. Die Bauzäune, die links und rechts der Baustraße eingerichtet wurden, seien teilweise entfernt und beschädigt worden. Die Aktivistinnen und Aktivisten berichten von Ingewahrsamnahmen. Die Polizei konnte dies zum bislang nicht bestätigen.
Bürgerbefragung ergab Mehrheit gegen Erweiterung bei Tesla
Seit Februar campieren Umweltaktivisten in Baumhäusern im Wald nahe der Fabrik, um gegen die Erweiterung mit Waldrodung und neuem Güterbahnhof sowie gegen den Wasserverbrauch zu protestieren. Nach einer Bürgerbefragung in Grünheide, die sich mehrheitlich gegen die Erweiterung aussprach, soll weniger Wald gerodet werden. Vorwürfe der Verschmutzung von Wasser wies Tesla stets zurück mit dem Hinweis, dass der Wasserverbrauch zurückgegangen sei.

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Am Mittwochnachmittag waren drei schwarz vermummte Tesla-Gegner auf einen Bagger geklettert und hatten damit Erdarbeiten in der Nähe der Bahngleise gestört. Gegen die Besetzer und andere neun Personen, die sich laut Polizei vermummt im Wald aufhielten, wurden Aufenthaltsverbote ausgesprochen. Zudem nahm die Polizei eine Strafanzeige gegen die drei Blockierer wegen Nötigung auf.
Die Vorsitzende der Bürgerinitiative Grünheide, Manu Hoyer, sagte: „Unser Protest gegen die Erweiterung geht weiter (...).“ Sie kritisierte die genehmigten Baumfällungen im September – „in einer Zeit, in der Wald eigentlich vor Rodungen geschützt wird“. Die Fläche, auf der Wald gerodet wurde, gehört noch dem Landesforstbetrieb, also dem Land Brandenburg. BM/dpa




